Vereinsberatung

Demenz - Modellprojekt

SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ

Gesundheit fördern. Teilhabe ermöglichen. Lebensqualität erhalten. – Im dreijährigen Projektverlauf (2014-2016) haben neu geschaffene Angebote mehr als 1 500 Teilnehmer*innen erreicht, darunter Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen. Das Modellprojekt brachte die Handlungshilfe für Sportvereine, Pflege und Demenzberatung hervor, darüber hinaus umfangreiches Informationsmaterial. Im Tandem aus Sport und Pflege arbeiten die Projektbeteiligten weiter an der Umsetzung und Fortentwicklung ihrer Angebote. 75 Fortbildungen, Inhouse-Schulungen und Workshops konnten für das Thema sensibilisieren. Ebenso wie die landesweiten Workshops werden demenzspezifische Lernangebote weitergeführt. Sie sind nun fester Bestandteil im Qualifizierungsangebot des BRSNW.

  • Steckbrief

    Idee: Partner aus Sport, Wohlfahrt, Pflege und Demenzberatung kooperieren vor Ort, nah an den Lebenswelten von Menschen mit Demenz. Lehrkräfte werden als Multiplikator*innen geschult. Qualifizierte Übungsleiter*innen aus Sportvereinen und Pflegekräfte arbeiten im Tandem. Daraus entstehen Best-Practice-Beispiele. Schulungskonzepte für Übungsleitung, Pflege und Angehörige werden entwickelt und erprobt.
    Geschäftsführung: Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e. V.
    Leitung der Steuerungsgruppe: Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V.
    Kooperationspartner: Landesinitiative Demenz-Service, Freie Wohlfahrtspflege, private Pflege- und Betreuungsanbieter
    Wissenschaftliche Begleitung: Technische Universität Dortmund
    Gefördert von: Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen und Pflegekassen NRW
    Gefördert wurden: 73 lokale Projekte in NRW, kleine und große, im ländlichen und städtischen Raum
    Angebote: von Tanztee und Wandern bis Kraft- und Balance-Training – großes Spektrum von Breitensport und Rehabilitationssport bis zu niedrigschwelligen Hilfe- und Betreuungsangeboten
    Zeitraum: 01.01.2014 bis 31.12.2016
    Ziele: Entwicklung und Erprobung eines Handlungskonzepts für Vereine und Netzwerkpartner in NRW; Etablierung qualitätsgesicherter Sportangebote für Menschen mit Demenz
    Leitbild: Inklusion und Teilhabe
    Konzept: Auf Basis eines ganzheitlichen, biopsychosozialen Ansatzes werden Gesundheit, Mobilität und Lebensqualität von Menschen mit Demenz nachhaltig gefördert.
    Vision: Qualitätsgesicherte, wissenschaftlich geprüfte Sportangebote auf lokaler Ebene verbessern die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und die ihrer Angehörigen. Das Modellprojekt leistet einen Beitrag zur Teilhabe von Betroffenen und ihren Familien. Langfristig: Entwicklung nachhaltiger Angebote, die in die Fläche wirken.

  • Auszeichnungen

    Das Modellprojekt erhielt zwei Auszeichnungen:


    Mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille ehrte die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) 2016 SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ als herausragende Initiative zur individuellen, umfassenden Rehabilitation und Teilhabeförderung. Die Laudatio hielt Thomas Härtel, Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbands und Mitglied des DVfR-Hauptvorstands. Er betonte den generationenübergreifenden Ansatz, der auch die Familien von Menschen mit Demenz berücksichtigt und entlastet. "Ganz im Sinne einer wohnortnahen, partizipations- und sozialraumorientierten Rehabilitation" werden so "außerordentlich wertvolle Angebote zur Förderung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft" geschaffen, welche die Gesundheitsversorgung sinnvoll ergänzen.


    Ein Preis der Rudi Assauer Initiative ging 2015 an SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ. In Anwesenheit des Namensgebers fand die Preisverleihung in der Veltins-Arena auf Schalke statt. Die Auszeichnung gilt innovativen Demenzprojekten zur Förderung der Versorgung von Betroffenen im Quartier, zur Stärkung des Ehrenamts, der Nachbarschaftshilfe und Selbsthilfe sowie zur Strukturentwicklung neuer Pflegeformen für Demenzbetroffene. Öffentlichkeitswirksame Aktionen sollen das Thema enttabuisieren und bisher Unbeteiligte anregen, sich ebenfalls hilfreich einzubringen.

     

  • Rehasport und Demenz

    Rehabilitationssport ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation wird ärztlich verordnet, von Rehabilitationsträgern finanziert und von Sportvereinen in Gruppen mit speziell ausgebildeter Übungsleitung angeboten. Der BRSNW qualifiziert diese, anerkennt Vereine als Leistungserbringer und sichert die Qualität. So können auch bei Demenz gesundheitliche Ressourcen gefördert werden – ganzheitlich und nachhaltig.
     
    Wissenschaftlich fundierte Informationen zum Rehasport für Menschen mit Demenz gibt dieser Beitrag:
    Schick, G. (2015). Rehabilitationssport für Menschen mit Demenz. Bewegungstherapie und Gesundheitssport, 31, 168-173. http://dx.doi.org/10.1055/s-0035-1558471
    Bei Interesse am Artikel richten Sie Ihre Anfrage bitte per E-Mail an: schick@brsnw.de
     
    Literaturempfehlungen für die Übungsleitung finden Sie in Kapitel 4 der Praxisbroschüre 2016-02.
     
    An die behandelnden Ärztinnen und Ärzte der Demenzbetroffenen ist unser Faltblatt gerichtet. Es informiert über Potentiale des Rehabilitationssports als Ergänzung der Demenztherapie und seine Verordnung.
    Ärzteinformation: Rehasport für Menschen mit Demenz 2017-12
     
    Sie suchen ein Rehasportangebot in Ihrer Nähe, das sich gezielt an Menschen mit Demenz richtet?
    Hier finden Sie geeignete Rehasportgruppen der BRSNW-Mitgliedsvereine: www.rehasport-nrw.de

  • Downloads