Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für Menschen mit geistiger / intellektueller Beeinträchtigung

Auf dieser Seite möchte der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e.V. (BRSNW) auf sportliche Angebote für Menschen mit geistiger/intellektueller Beeinträchtigung aufmerksam machen, Erfahrungen teilen und Kontakte vermitteln. Zusätzlich werden wir verschiedene Sportarten in Leichter Sprache vorstellen und erklären. Dies geschieht in Kooperation mit der Serie „Podklusion“ der RinkA Podcasts.

Sie haben ein passendes Angebot in ihrem Verein oder eine interessante Anregung? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

  • Zusammenfassung und weitere Angebote: Boccia

    Die Beliebtheit von Boccia steigt seit der Einführung 2004 im BRSNW stetig und jedes Jahr kommen neue Mannschaften dazu. Viele denken bei Boccia an ein Spiel, welches man im Sand spielt und aus dem Urlaub am Strand kennt. Dies hat jedoch wenig gemeinsam mit dem klassischen Boccia. Bis auf die Tatsache, dass man Kugeln wirft. Boccia wird auf glatten Boden gespielt und wird auch als Präzisionssport bezeichnet.

    Es gibt zwei verschiedene Arten Boccia zu spielen: Einmal Hallenboccia als Mannschaftssport nach den Regeln des DBS und zum anderen PARA-Boccia als Individualsport bzw. Sport in 2er-Teams nach den Internationalen Regeln des BISFed (durchgeführt vom DRS bzw. bvkm, Abteilung Boccia).

    Seit 1984 ist Boccia eine paralympische Sportart.

    Hier finden Sie passende Sportangebote:

    BSG Bad Salzuflen e.V.

    Behinderten-Sportgemeinschaft Gütersloh e.V.

    VBSG Gescher e.V.

    Bewegungs-Sport-Gemeinschaft (BSG) Nordwalde e.V.

    Turnverein Mettingen 1930 e.V.

    Reha- & Gesundheitssport Bönen e.V.

    BSG Mettmann

    Mülheimer Hobby- und Freizeit Club

    BS Oberhausen

    RBSG Königshardt

    Behinderten Sport Gemeinschaft Herne 1955

    BSG Espelkamp

    BSG Dorsten Wulfen

    Weitere Angebote und Neuigkeiten zum Thema Boccia finden Sie HIER.

  • Vereinsportrait: BSG Espelkamp e.V.

    Was macht den BSG Espelkamp e.V. aus:

    • Ein Verein mit traditioneller 53-jähriger Kinder und Jugendarbeit, der mit zur Zeit ca. 200 jugendlichen Mitgliedern eine große Jugendgruppe besitzt, der sowohl im Behinderten, Breiten, Reha und Leistungssport erfolgreich arbeitet und immer wieder nach vorne schaut und neue Aufgaben übernimmt.
    • Weil er immer wieder Talente in der Leichtathletik und im Schwimmen bis in die Bundeskader gebracht hat.
    • BSG Espelkamp e.V. bietet neben dem Sport für Kinder und Eltern Angebote wie Grillnachmittage, Nikolausfeiern oder Jahresabschluss-Essen, um die Gemeinschaft zu fördern.

    Die Angebote für Kinder und Jugendliche:

    • Anfängerschwimmen für Kinder und Jugendliche
    • Reha-, Breiten- und Leistungssport für Kinder und Jugendliche
    • Sport, Spiel und Spaßgruppe für Kinder
    • Teilnahme an Schwimmwettkämpfen sowohl im Behindertensport wie auch im Bereich des Deutschen Schwimmverband

    Talentförderung und Leistungssport:

    Im Rahmen der Schwimmtrainingsgruppen sichtet der BSG Espelkamp e.V. Talente zunächst auf kleineren Wettkämpfen.
    Durch Wettkampffahrten regional, landesweit und bundesweit bis hin zu den internationalen Deutschen Meisterschaften, Schnupperschwimmen werden neue Talente an den BSG Espelkamp e.V. herangeführt.

    Hier gelangen Sie zur Webseite des BSG Espelkamp e.V.

  • Boccia

    In Leichter Sprache erklärt:

    Boccia wird mit einer kleinen Kugel gespielt und mehreren großen Kugeln.

    Die kleine Kugel heißt Pallino.

    Die großen Kugeln heißen Punktkugel.

    Beim Boccia muss man eine oder mehrere Kugeln so nah wie möglich an den Pallino werfen.

    Dafür gibt es einen Punkt. Wer zuerst 15 Punkte hat gewinnt das Spiel.

    Boccia kann man zu zweit (eins gegen eins) spielen. Dass wird Einzel genannt. Beim Einzel hat jeder Spieler vier Punktkugeln.

    Boccia kann man zu viert (zwei gegen zwei) spielen. Dass wird Doppel genannt. Beim Doppel hat jeder Spieler drei Punktkugeln.

    Boccia kann man zu sechst spielen (drei gegen drei) spielen. Dass wird Dreier genannt. Beim Dreier hat jeder Spieler zwei Punktkugeln.


    Boccia ist eine paralympische Sommersportart.

    Quelle: Hurraki - Wörterbuch für Leichte Sprache

    Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Boccia.


  • Hans Dieter Dworok – Übungsleiter Rehabilitationssport geistige Behinderung

    Hans Dieter Dworok (BSG Espelkamp e.V.) ist seit 40 Jahren aktiv im Sport, sei es als Spieler in einem integrativen Fußball-Team oder als Betreuer beim Hallenboccia. Wir haben mit ihm gesprochen und er berichtet dabei von der Sportart Hallenboccia, welche positiven Auswirkungen Sport haben kann und was ihn antreibt, sich im Sport zu engagieren.

    Erzählen Sie uns doch ein wenig von Ihrer Sportart und was zeichnet diese für Sie im Besonderen aus?

    Das Großartige an Hallenboccia ist, dass wirklich jeder diese Sportart ausüben kann. Natürlich hat jede Sportart ihren eigenen Reiz, doch gerade Hallenboccia eignet sich durch die geringe Einstiegshürde besonders für Menschen mit geistiger Behinderung. Im Gegensatz zu vielen anderen Team-Sportarten ist hier die Anzahl der Mitglieder im Team eher gering. Die Teams bestehen insgesamt aus nur 3 aktiven Spieler*innen. Dadurch gelingt Menschen mit geistiger Behinderung sich schneller und einfacher im Spiel zurechtzufinden.

    Was begeistert Sie persönlich am meisten an dieser Sportart?

    Ich bin seit 13 Jahren als Trainer im Hallenboccia aktiv und muss ganz ehrlich sagen, dass ich die Sportart anfänglich unterschätzt habe. Die Konzentration und das Können, welches die Spieler*innen an den Tag legen, ist unglaublich. Jeder, der schon selbst einmal Hallenboccia ausprobiert hat, wird schnell feststellen, wie hoch die Leistung der einzelnen Spieler*innen ist. Nichtsdestotrotz ist der Einstieg sehr einfach. Beim Hallenboccia kann jeder mitmachen. Ganz gleich ob Menschen mit oder ohne Behinderung, jung oder alt oder auch wenn man nicht im eigentlichen Sinn sportlich ist. Am Ende hat hier jeder seinen Spaß und kann ganz persönliche Erfolgserlebnisse verbuchen.

    Was macht ihren Teilnehmer*innen am meisten Spaß daran?

    Die Antwort ist hier ganz einfach! Auch wenn die Teams klein sind, der Zusammenhalt ist dafür umso größer! Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe und die Zugehörigkeit zum Team ist definitiv etwas, das die Sportler*innen sehr zu schätzen wissen. Aber auch der ganz persönliche Ansporn, immer besser zu werden, bereitet vielen der Spieler*innen große Freude!

    Welche positiven Auswirkungen hat die Sportart auf die Spieler*innen?

    Auch hier fällt mir die Antwort sehr einfach. Die positive Auswirkung von Hallenboccia auf das Selbstwertgefühl der Spieler*innen ist eindeutig zu erkennen. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie einige der Spieler*innen schon nach kurzer Zeit voller Selbstvertrauen und Selbstsicherheit strahlen.

    Was ist Ihre persönliche Motivation und treibt Sie an, sich im Sport zu engagieren?

    Ich selbst bin nun schon seit über 40 Jahren aktiv im Sport, sei es als Spieler in einem integrativen Fußball-Team oder aber als Betreuer beim Hallenboccia. Ich habe also auch schon mehrere Seiten des Sports im Verein kennengelernt. Rückblickend kann ich festhalten, dass mir der Sport und das Vereinsleben sehr viel Freude bereitet haben und ich daher auch etwas zurückgeben möchte! Zusätzlich ist mir bewusst, wie schwer es heutzutage ist, Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. Deshalb möchte ich auch hier meinen Teil beitragen und meinen Verein unterstützen. Das Geheimnis des Glücks liegt bekanntlich nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.

    An welche besonderen Momente erinnern Sie sich beim Training/Spielbetrieb?

    Es gab viele besondere Momente in den vergangenen Jahren. Was aber immer wieder ein Highlight war und auch noch sein wird ist, wenn es beim Spiel knapp ist und der letzte Wurf den entscheidenden Punkt erzielt. Das sind schon Augenblicke mit großer Intensität.

  • Zusammenfassung und weitere Angebote: ID Judo und Kampfsport

    Die Vorteile von sportlicher Betätigung sind allgemein bekannt. Sport hilft dabei, körperlich fit zu bleiben. Doch damit nicht genug. Sport im Besondern der Vereinssport kann dabei helfen, soziale Interaktion zu fördern. Man kommt automatisch mit anderen Menschen in Kontakt, entwickelt häufig ein „Wir-Gefühl“ und kann Freundschaften knüpfen. Kurz gesagt: Sport verbindet Menschen miteinander.

    Daher möchten wir an dieser Stelle auf einige Angebote im Bereich Judo/Kampfsport für Menschen mit geistiger / intellektueller Beeinträchtigung aufmerksam machen:

    Budokan Hünxe e.V.

    https://www.djk-judo.de

    SC Budokan Bocholt e.V.

    https://www.bsv-meschede.de

    https://bsg-ratingen.de/behindertensport/

    http://www.kodokan-duisburg.de/

    http://www.sc-eintracht-muelheim.de/index.php/judo

    https://jc-mifune.de/

    https://www.judobund.de/fuer-aktive/judo-fuer-menschen-mit-einer-behinderung/id-judo/

    https://www.facebook.com/ID.Judo.in.NRW/

    Weitere Angebote und Neuigkeiten zum Thema ID Judo finden Sie HIER.

  • Vereinsportrait: 1. Budokan Hünxe e.V.

    Das Herzstück des 1. Budokan Hünxe e.V. ist die ID-Judo-Gruppe, der die Hälfte der Mitglieder angehört.
    Sie prägen nachhaltig das gesamte Vereinsleben. Das was diese ID-Judo Abteilung aber so besonders mach, ist das Team. Es besteht aus einer erfahrenen Fachlehrerin für Sonderpädagogik mit Judokenntnissen und einem erfahrenen Fachmann für Judo mit Kenntnissen über geistig Behinderte.

    Das was den gesamten Verein ausmacht:
    Die Offenheit und Kontaktfreudigkeit der Sportler aus allen Abteilungen ist durch ein kameradschaftliches Verhältnis untereinander geprägt und sorgt für eine besondere Form der Zugehörigkeit. Hier findet täglich gelebte selbstverständliche Inklusion mit familiärem Flair statt.
    Eine Plattform mit Geborgenheitscharakter für Kinder und Jugendlichen mit und ohne Handicap. Eine Wertschätzung für alle Sportler. Für Eltern ein Ort des Austausches (Probleme, Sorgen, Nöte). Ein Ort, um Freundschaften zu schließen, Verabredungen zu treffen.

    Hier gelangen Sie zur Webseite des 1. Budokan Hünxe e.V.


  • ID Judo

    In Leichter Sprache erklärt:

    Was man beim Judo macht

    Judo ist eine Kampf-Kunst Sport-Art.
    Die Sportler tragen:

    • eine weiße Baumwoll-Hose
    • eine weiße Jacke
    • und einen Stoff-Gürtel

    Ziel ist es:

    • Den Gegner auf den Rücken auf die Matte zu legen.

    Dafür lernen die Sportler verschiedene:

    • Wurf-Techniken
    • Halte-Techniken
    • Fall-Techniken
    • und Schlag-Techniken.

    Diese Sport-Art ist gut um sich zu verteidigen.

    Text: DJK Eintracht Coesfeld

    Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Judo.

  • Dr. Wolfgang Janko – Abteilungsleiter Judo

    Dr. Wolfgang Janko ist seit über 40 Jahren im ID-Judo aktiv und als Abteilungsvorsitzender Judo für den Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e.V. (BRSNW) ehrenamtlich tätig.

    Erzählen Sie uns doch ein wenig von Ihrer Sportart und was zeichnet diese für Sie im Besonderen aus?          

    ID-Judo ist mehr als nur Sport bzw. Kunst der Selbstverteidigung. ID-Judo ist vielmehr eine Philosophie und Geisteshaltung. Neben der körperlichen Entwicklung erfährt man somit im ID-Judo auch eine persönliche Entwicklung. Die Teilnehmer*innen können ihre Kräfte mit Gleichaltrigen messen, erlernen die Koordination bestimmter Bewegungen und somit die Kontrolle über ihren eigenen Körper.

    Was begeistert Sie persönlich am meisten an dieser Sportart?

    ID-Judo kann nicht allein trainiert werden. Der gegenseitige Respekt zum*r Partner*in und die Wertschätzung zueinander macht diesen Sport so besonders. Es geht nicht nur darum eine*n Gegner*in zu besiegen. Der Austausch mit dem*r Partner*in, das gemeinsame Lernen von neuen Techniken und das Training der körperlichen Fitness macht ID-Judo zu einer einzigartigen Mischung. Zusätzlich ist ID-Judo sehr zugänglich. Ob mit oder ohne Behinderung, jung oder alt, groß oder klein. Das alles spielt beim Judo eine eher untergeordnete Rolle und die ersten Erfolgserlebnisse können schnell erzielt werden.

    Was macht ihren Teilnehmer*innen am meisten Spaß daran?

    Das Kämpfen und die gegenseitigen Kräfte messen mit dem*der Trainingspartner*in ist mit Sicherheit große Freude für die meisten. Aber auch die farbigen Gürtel. Es klingt wie ein Detail, ist jedoch für viele eine enorme Motivation: Wenn jemand seine Prüfung für den nächsten Gurt bestanden hat, trägt man anschließend das handfeste Symbol seines Erfolgs. Dies unterstützt die eigene Motivation, und man denkt sofort an den nächsten Gurt.

    Welche positiven Auswirkungen hat die Sportart auf die Spieler*innen?

    Nirgends findet man leichter Freunde als im Sport! So entstehen soziale Kontakte und Freundschaften. Judo erhöht außerdem das Selbstbewusstsein und reduziert das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Wie auch bei anderen Kampfkünsten, wirkt sich der Effekt vor allem auf das Selbstbewusstsein aus. Nicht nur im Training, sondern auch im Alltag trägt der Sport daher zu einem sicheren Auftreten bei. Daneben fördert ID-Judo nicht nur die Geschicklichkeit und den richtigen Einsatz von bestimmten Techniken zum richtigen Zeitpunkt, sondern auch die geistige und körperliche Gesundheit.

    Was ist Ihre persönliche Motivation und treibt Sie an, sich im Sport zu engagieren?

    Ich bin seit den Anfängen des ID-Judo in Deutschland aktiv dabei. Dadurch konnte ich gemeinsam mit vielen anderen diesen Sport fördern, gestalten und zu dem Entwickeln was ID-Judo heute darstellt. Dieses Schaffen empfinde ich als eine Art Berufung oder vielleicht auch Lebenswerk. Dies war und ist für mich persönlich ein großer Anreiz. Der entstandene Entwicklungsprozess ist allerdings noch nicht beendet. Das große Ziel ist zweifellos die Teilnahme von ID-Judo bei den Paralympischen Spielen.

    An welche besonderen Momente erinnern Sie sich beim Training/Spielbetrieb?

    Ich muss oft an einen bestimmten Tag zurückdenken. Er liegt schon einige Jahre zurück, aber ist mir sehr im Gedächtnis geblieben. In meiner Tätigkeit als Trainer wollten wir ein Art Werbevideo zusammen mit meinen Schüler*innen aufzeichnen. Pünktlich um 09:00 Uhr wollten wir starten. Alle Teilnehmer*innen waren anwesend sowie motiviert und wollten ihr Bestes vor der Kamera geben. Doch leider hat eine Gruppe gefehlt…das Kamerateam. Da standen wir also. Voller Tatendrang und schon überkochender Motivation. Um nicht untätig auf das Kamerateam zuwarten, beschlossen wir mit dem Aufwärmen und leichtem Training zu beginnen. Wie zu erwarten war, wurde aus dem „leichten“ Training schnell ein intensives Work-Out inkl. Allem, was Judo bietet. Als einige Stunden später das Kamerateam eintraf - es müssen ungefähr drei oder vier Stunden vergangen sein - hätte man annehmen können, dass die meisten Teilnehmer*innen schon völlig ausgepowert waren. Aber bei Weitem gefehlt! In dem Moment, in dem das Kamerateam anfing, die Aufnahme zu starten, haben alle Anwesenden sich gegenseitig zu Höchstleistungen angespornt. Die Ausdauer und Energie, die ich an diesem Tag gespürt habe, kann man nur als sensationell beschreiben.