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Spaß, Bewegung, neue Freundschaften: Das Para Sportcamp des DBS und BRSNW

Drei Tage voller Bewegung, neuer Erfahrungen und wertvoller Begegnungen: Beim ersten gemeinsamen Para Sportcamp des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Nordrhein-Westfalen (BRSNW) kamen in Duisburg knapp 30 Kinder und Jugendliche mit Amputationen und Dysmelien aus ganz Deutschland zusammen, um verschiedene Para Sportarten auszuprobieren.

Para Sportcamp © Florian Schwarzbach / DBS

Carlotta beim Para Sportcamp © Florian Schwarzbach / DBS

© Florian Schwarzbach / DBS

„Der Spirit des Camps war es, den Kindern zu vermitteln, dass nichts unmöglich ist. Man kann auch mit Behinderungen grundsätzlich alles machen – man muss nur manche Dinge anders machen“, beschrieb BRSNW-Landestrainer der Para Leichtathletik Alexander Bartz den Grundgedanken hinter dem Para Sportcamp. Wie gut Sport mit Behinderung funktioniert, haben die 28 Kinder und Jugendlichen anhand von acht Para Sportarten ausprobieren können. Vom Para Badminton über Para Schwimmen bis Sitzvolleyball und fünf weiteren Sommersportarten war von allem und besonders für alle etwas dabei. Neben den sportlichen Möglichkeiten bot das Camp den Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 15 Jahren die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Teil einer starken Gemeinschaft zu werden.

Unterstützt und angeleitet wurden die Teilnehmenden von Bundes- und Landestrainer*innen der verschiedenen Sportarten. Für die Trainer*innen bot das Wochenende zugleich die Gelegenheit, die eigene Sportart vorzustellen und potenzielle Nachwuchstalente kennenzulernen. Für Para Badminton-Bundestrainer Christopher Skrzeba stand jedoch vor allem die Freude der Kinder im Mittelpunkt: „Besonders toll an diesem Camp ist, dass hier so viele Kinder sind, die einfach Spaß am Sport haben. Wir hoffen, dass sie mithilfe dieses Camps ihre Sportart finden.“

Austausch und Inspiration für die ganze Familie

Auch für die Eltern hielt das Programm zahlreiche Angebote bereit. Neben dem Austausch mit anderen Familien standen verschiedene Informationsangebote rund um den Para Sport auf dem Programm. So stellten die Talentscouts des BRSNW ihre Arbeit vor und informierten über Wege in den Sport. Ein besonderes Highlight war zudem der Athletentalk mit Paralympics-Sieger Johannes Floors und Para Leichtathlet Simon Theis, die den Kindern und ihren Eltern Einblicke in ihren sportlichen Werdegang gaben und zahlreiche Fragen beantworteten. Gerade dieser Austausch war für viele Familien ein zentraler Bestandteil des Wochenendes. Neue Freundschaften entstanden schnell und beim Abschied flossen bei einigen Kindern sogar Tränen, weil sie die gemeinsame Zeit nur ungern beenden wollten.

„Wenn ich mich hier so umgucke, fühle ich mich cool“

Eine der Teilnehmerinnen war die siebenjährige Carlotta. Sie lebt mit angeborenen Fehlbildungen am rechten Arm und am linken Bein, die auf den proximalen fokalen Femurdefekt (PFFD) und das Femur-Fibula-Ulna-Syndrom (FFU) zurückzuführen sind. Sport und Bewegung gehören für Carlotta schon lange zum Alltag. Besonders das Schwimmen hat es ihr angetan. „Carlotta hat das Wasser schon immer geliebt und hat dort auch schnelle Fortschritte gemacht“, berichtet ihr Vater Cäsar. Inzwischen hat die Siebenjährige bei ihrer ersten Vereinsmeisterschaft bereits drei Medaillen gewonnen. „Ich selbst bin immer wieder erstaunt, wie schnell Carlotta schwimmen kann – sogar verglichen mit Kindern ohne Behinderung“, sagt er stolz.

Das Para Sportcamp nutzte Carlotta, um weitere Sportarten kennenzulernen und andere Kinder mit ähnlichen Voraussetzungen zu treffen. Besonders die Gemeinschaft machte Eindruck auf sie: „Mir gefällt das Para Sportcamp richtig gut! Und wenn ich mich hier so umgucke, fühle ich mich cool. In der Kita und in der Schule war ich leider das einzige Kind mit einer Behinderung.“

Begeisterung nachhaltig nutzen

Die positive Resonanz der Kinder, Jugendlichen und Eltern zog sich durch das gesamte Camp. Einige Teilnehmende entdeckten bereits vor Ort eine Sportart, die sie auch künftig weiterverfolgen möchten. Entsprechend positiv fiel auch das Fazit von Lina Neumair, Referentin Nachwuchsleistungssport beim Deutschen Behindertensportverband, aus: „Wir haben unser oberstes Ziel erreicht, Kinder für den Para Sport zu begeistern. Dass so eine Veranstaltung zusätzlich auch einen Mehrwert für die Nachwuchsgewinnung im Leistungssport bringt, ist natürlich umso schöner.“

Nach dem erfolgreichen Auftakt soll das Para Sportcamp, das in Kooperation mit den Selbsthilfegruppen Arm- und Handoperations-Interessengemeinschaft (ahoi e.V.), Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation (BMAB) und Bundesverband für PFFD, FFU; Fibula- und Tibiadefekte e.V. (BuPFT) umgesetzt wurde, auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Damit die Begeisterung für Bewegung und Sport nachhaltig erhalten bleibt, sollen die Kinder und Jugendlichen nun gezielt an wohnortnahe Vereine und passende Sportangebote vermittelt werden.


Text: Marie Berwinkel / DBS