Zwei Weltcup-Siege zum Start in die Paralympics-Saison: Klassik-Spezialist Sebastian Marburger vom SK Wunderthausen hat im Einzel und im Massenstart jeweils über 10 Kilometer mit deutlichem Vorsprung gesiegt und beim ersten Weltcup-Stopp direkt auf sich aufmerksam gemacht. „Das waren drei intensive Wettkämpfe. Ich bin unglaublich zufrieden. Die beiden Weltcup-Siege motivieren total“, sagte der 28-Jährige, der zudem im Sprint in der freien Technik Fünfter wurde und mit der deutschen Staffel bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften schon zwei Medaillen holen konnte. Vom 14. bis 17. Januar gibt es im bayrischen Finsterau sogar noch einen Heim-Weltcup, bei dem sich Marburger weiter in Position bringen kann, bevor er dann ab dem 10. März in Tesero um die Medaillen mitmischen möchte.
Das gilt auch für Kathrin Marchand – die mit einer Teilnahme für ein Novum sorgen könnte. Als Ruderin war die 35-Jährige vom RTHC Bayer Leverkusen bereits U23-Weltmeisterin und bei den Olympischen Spielen in London 2012 und Rio 2016 am Start. Nach einem Schlaganfall 2021 ruderte sie auch 2024 bei den Paralympics in Paris und wurde 2025 noch Para Weltmeisterin im Doppelzweier. Jetzt möchte sie es im Langlauf zu den Winter-Paralympics schaffen. Mit Platz sechs in ihrem ersten WM-Rennen hatte sie Anfang des Jahres ihr großes Potenzial angedeutet. Im Weltcup war sie bei ihrem Debüt in Val di Fiemme sogar Vierte – am Austragungsort der Paralympics 2026. Per Instagram schickte sie schon eine Kampfansage raus: „Ich wollte meinen Konkurrentinnen nur sagen, dass ich nicht mehr so oft hinfalle und es ein total berechtigtes Ziel ist, dass ich zu den Winterspielen fahren will.“
Neben den beiden Para Langlauf-Hoffnungen wird die größte NRW-Abordnung im Para Eishockey erwartet. Bei der WM in Buffalo (USA) qualfizierten sich Ingo Kuhli-Lauenstein, Marcel Malchin und Jano Bussmann von den TuS Wiehl Penguins sowie Sven Stumpe von den Kamen Barbarians zum ersten Mal nach 20 Jahren für die Paralympics. Dementsprechend groß war die Freude nach dem entscheidenden 5:2 gegen die Slowakei beim zweifachen Torschützen Ingo Kuhli-Lauenstein: „Dass wir diese Bühne betreten dürfen, ist einfach nur fantastisch. Das wird uns den Rest unseres Lebens miteinander verbinden und zusammenschweißen. Es ist wirklich ein Lebenstraum, der in Erfüllung geht, einfach unglaublich und grandios.“ Wie viele NRW-Spieler am Ende vom neuen Head-Coach Peter Willmann für die Spiele im Palaitalia Santa Giulia nominiert werden, ist noch offen. Im vorläufigen Kader ist mit Christian Jaster von den TuS Wiehl Penguins noch ein fünfter NRWler, die offizielle Nominierung erfolgt am 12. Februar durch den Deutschen Behindertensportverband. In Mailand wartet eine Hammer-Gruppe: Am 7. März kommt es zum Duell mit den Peking-Bronzemedaillengewinnern aus China, am 9. März mit den Paralympicssiegern aus den USA und am 10. März mit Gastgeber Italien.
Ein weiterer NRW-Starter hofft noch auf sein Ticket: Der gebürtige Langenfelder Jeremias Wilke, der für die SG Ennepetal startet, ist Guide des sehbehinderten Skifahrers Alexander Rauen, der in Bonn studiert hat und über den Ski-Treff in Winterberg zum Para Ski alpin fand.