Para Dressur-DM in Balve: Leidenschaft für Pferd und Sport

Für Paralympics-Silbermedaillengewinnerin Regine Mispelkamp ist es „jedes Jahr etwas ganz Besonderes“, Gianna Regenbrecht freut sich auf „großartigen Sport“ und Para Dressur-Bundestrainerin Silke Fütterer-Sommer spricht von einem „Traum, dass unsere Para Reiter zeit- und ortsgleich mit den Regelsportlern ihre Meisterschaften feiern dürfen“: Die Deutschen Meisterschaften in Balve stehen wieder kurz bevor.

© Stefan Lafrentz

„Beim LONGINES BALVE OPTIMUM geben wir dem Reitsport in all seinen Facetten ein Zuhause – hier feiern wir gemeinsam die Leidenschaft für Pferd und Sport“, sagt Veranstalterin Rosalie von Landsberg-Velen und lässt Jahr für Jahr Taten folgen. Ab Donnerstag werden in Balve die Deutschen Meisterschaften in der Para Dressur ausgetragen. Zwischen Springreitern und Springreiterinnen, Dressur und U25-Dressur ist die Para Dressur ganz selbstverständlich und inklusiv ins Programm eingebettet.

Bereits zum dritten Mal ist Balve Austragungsort der Deutschen Meisterschaften in der Para Dressur und für die NRW-Reiterinnen um die beiden Paralympics-Medaillengewinnerinnen Regine Mispelkamp und Heidemarie Dresing gibt es in diesem Jahr eine besondere Motivation: Bei der DM können sie sich für die Heim-Weltmeisterschaft in Aachen vom 19. bis zum 23. August empfehlen – denn Balve ist für sie die Sichtung für das wichtigste Championat des Jahres

„Balve hat als traditionsreiches Turnier eine einzigartige Atmosphäre, die man schon beim Ankommen spürt. Umso beeindruckender finde ich, mit wie viel Leidenschaft und Engagement der veranstaltende Verein dieses enorme Event organisiert“, sagt Mispelkamp: „Genau das wünschen wir uns für die Zukunft des Sports – dass Para Reiterinnen und Reiter ganz selbstverständlich Teil großer internationaler und nationaler Veranstaltungen sind.“

Mit ihren beiden Pferden nach Balve zu reisen, erfülle sie mit großer Vorfreude: „Unsere bisherige Saison verlief sehr erfolgreich, und ich bin unglaublich dankbar dafür, wie sich beide Pferde entwickelt haben. Sie sind in einer tollen Form, leistungsbereit und auf einem sehr ähnlichen Niveau. Für die mögliche Nominierung zur diesjährigen Weltmeisterschaft zählen vor allem die errittenen Prozentzahlen. Deshalb wünsche ich mir für Balve harmonische Prüfungen, in denen meine Pferde ihr Vertrauen, ihre Qualität und ihre Stärke zeigen können.“

Auch für Gianna Regenbrecht ist Balve so etwas wie ein Heimspiel und sie freut sich „riesig“, wenngleich die Saison anders lief als ursprünglich geplant: „Ich bin aber sehr glücklich und stolz über den Verlauf, denn mein neues Pferd Flori hat sich auf Anhieb in alle Herzen getanzt und wir konnten schon ganz tolle Erfolge erzielen. Jetzt bin ich sehr gespannt, wie Flori die Kulisse in Balve findet und freue mich auf großartigen Sport! Flori und ich lernen uns mit jedem Turnier noch besser kennen. Ich weiß, wir haben noch nicht alle Level freigespielt.“

Rosalie von Landsberg-Velen hat sich mit ihrem Team wieder einiges überlegt, dass die DM in der Para Dressur wirklich „mittendrin“ stattfindet: „Wir nehmen diese Aufgabe sehr ernst und möchten das im Sinne der Inklusion umsetzen – mitten integriert im Zeitplan – und haben diverse Tools installiert, damit die Menschen auch die Para Dressur wahrnehmen und erleben können.“ So können die Zuschauerinnen und Zuschauer beim „Spectator Judging“ die Para Prüfungen am Samstag und Sonntag bewerten und dabei Preise gewinnen, am Freitag gibt es den Tag der Inklusion, bei denen 50 Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen hautnah mitbekommen, „was die Verbindung Pferd/Mensch alles leisten kann und wie motivierend das sein kann. Wir wollen die Para Reiter mit den Jugendlichen zusammenbringen, damit sie Mut bekommen und sehen, was es für tolle Möglichkeiten mit einem Pferd gibt.“

Zudem ist Moderatorin Kerstin von der Linden als Botschafterin für die Para Dressur vor Ort und es wird mehrere Aktionen im Dressur-Viereck geben. „Es geht ja auch darum, dass man den Zuschauern zeigt: Wie kommt ein Mensch mit Behinderung auf das Pferd, wie kann man aufsteigen? Wir wollen Para Dressur erlebbar machen. Indem wir Dinge aus dem Daily Life zeigen, können wir auch Nähe erzeugen“, sagt Rosalie von Landsberg-Velen: „Die Gesellschaft redet viel von Inklusion, ist in der Umsetzung aber sehr gespalten. Das kann man nur Stück für Stück abbauen, wenn man es wie wir in Balve auch umsetzt, erklärt und wie selbstverständlich integriert.“

Am Donnerstag und Freitag ist zudem das Aktiv Dabei-Mobil des Behinderten- und Rehabilitationssportverbands NRW e.V. für weitere inklusive Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für Ort, um spielerisch Perspektivwechsel zu ermöglichen – oder einfach, um Spaß zu haben.