Beide Athlet*innen waren motiviert in den Wettbewerb gestartet und hatten sich viel für das Rennen vorgenommen. Im Verlauf der Strecke traten jedoch gesundheitliche Probleme auf, die eine Fortsetzung des Wettkampfs unmöglich machten. Aus medizinischer Vorsicht entschieden sich beide dazu, das Rennen nicht zu beenden.
Kathrin Marchand: „Sorry, ich hatte ziemlich zu kämpfen mit den Bedingungen. Also man hat's auch im Fernsehen gesehen, dass gerade der Anstieg einfach super tief war. Ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass ich jetzt komplett überpace. Aber ich hab schon auch nach nach dem zweiten Anstieg gemerkt, dass da einfach die Lichter langsam ausgehen. Ich muss das linke Bein immer so kontrolliert über den Schnee heben, das war einfach so anstrengend und ich bin natürlich auch nicht unbedingt die Leichteste, die den Berg hoch laufen muss. Vielleicht hätte ich mehr gehen sollen. Keine Ahnung, wenn natürlich der Trainer am Rand steht und sagt: Jetzt los, los, los – dann fängst du ja nicht an zu gehen. Aber am Ende waren halt einfach die Lichter komplett aus. Ich hatte richtig Schwindel im Rennen. Ich hab fast nichts mehr gesehen und meine linke Seite auch nicht mehr richtig gemerkt. Und es war eigentlich keine Entscheidung, die ich getroffen habe, sondern es ging halt einfach nicht mehr.“
„Ich habe noch nie ein Rennen aufgegeben, das ärgert mich natürlich super, weil grad diese Medaille wäre eigentlich auf jeden Fall drin gewesen. Jetzt halt so scheiß Bedingungen zu haben: Ich verstehe nicht, warum nicht gesalzen wurde, weil es war wirklich eine Katastrophe. Natürlich ein unschönes Gefühl, aber naja, irgendwie geht es auch immer weiter.“ – Kathrin Marchand
Das gesamte Team vor Ort reagierte verständnisvoll auf die Situation und unterstützt die beiden Sportler*innen nun bei der weiteren medizinischen Betreuung und Regeneration.
Sebastian Marburger: „Das hat sich geäußert mit leichtem Stechen in der Lunge ab der dritten Runde. Ich würde sagen, ich war zu euphorisch am Start und hab mich besser gefühlt, als es dann tatsächlich war. Ja, ist natürlich enttäuschend jetzt. Es ist schwieriger, einen Wettkampf aufzugeben, als unter solchen Voraussetzungen vielleicht noch durchzulaufen. Aber ich bin jetzt nicht sehr, sehr geknickt und würde sagen man kann einfach mit dem Blick auf gestern noch positiv darüber denken.
Staffel am Samstag?
„Ich hab jetzt noch zwei Tage Zeit für sehr viel Regeneration, um wieder den Fokus auf die Genesung zu setzen und ich bin zuversichtlich, dass das bis Samstag funktioniert.“ – Sebastian Marburger
Bundestrainer Ralf Rombach: „Bei der Kathrin konnte man natürlich schon immer mit allem rechnen. Dass sie jetzt mit Kreislaufproblemen aussteigen musste, mit dem hätte ich jetzt nicht gerechnet, aber wir kennen sie einfach auch noch nicht so gut, muss man sagen. Wir müssen auch noch viel lernen, beim Thema Pacing. Sie ist wahrscheinlich für ihre Verhältnisse zu schnell angegangen und für die Bedingungen, wie sie waren. Das würde ich jetzt mal sagen. Wir müssen noch viel lernen und sie auch.“
„Basti hat es probiert. Er hat von vornherein gesagt: Das gestrige Rennen steckt drin und er merkt jetzt halt doch seine Situation. Und auch für ihn war es schwer, das tiefe Geläuf und er hat einfach die Kraft noch nicht nach seiner Grippe.“
Für Kathrin steht am Sonntag das Rennen über 20 km in der freien Technik auf dem Programm, während Sebastian bereits am Samstag in der Staffel wieder im Einsatz sein könnte.
Auch wenn der Wettkampf für Kathrin und Sebastian heute früher als geplant endete, richtet sich der Blick bereits nach vorn.
Wir wünschen beiden Athlet*innen eine schnelle und vollständige Genesung und hoffen, sie bald wieder gesund auf der Strecke zu sehen.