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Kolumne "Geistreich": Herzförmige Mettbrötchen

Hier erzählt unser (Un-)Ruheständler Andreas Geist über seine Eindrücke aus dem Leben eines Rentners.

Zugegeben, ich verstehe nicht viel von Künstlicher Intelligenz. Und den Hype, der darum gemacht wird, habe ich bisher auch nicht verstanden. Oder anders ausgedrückt: Die mir gegebene natürliche Intelligenz reicht nicht mehr aus, um richtig einzuschätzen zu können, ob künstliche Intelligenz ein Fluch oder ein Segen ist.
Da Rentner in Winterhalbjahr besonders viel Zeit haben und auch noch von einer gewissen Neugier getrieben sind, habe ich versucht mir einen Überblick zu verschaffen.
Das geht am besten mit viel Lesen und natürlich selbst mal ausprobieren, was man damit so alles machen kann.
Klar ist, dass KI vieles vereinfachen und beschleunigen kann und dass sie in der Arbeitswelt sinnvoll einzusetzen ist. Das wird ja auch schon in großem Umfang gemacht und ist in vielen Bereichen sicherlich ein Gewinn. Höchstwahrscheinlich kann man damit auch viel Geld verdienen. Nicht umsonst investieren die führenden Nationen und Unternehmen und die superreichen Tech-Milliardäre gigantische Summen in die Entwicklung verschiedener KI-Modelle und in den Bau riesiger, energiefressender Rechenzentren. Diese Investitionen wollen sie irgendwann ja auch mit Gewinn zurückhaben, und da sehe ich den Knackpunkt. Der Rubel muss rollen und daher wird verkauft, was Gewinn verspricht, wobei aber Gefahren und Risiken nicht ausreichend beachtet werden. Nicht umsonst warnen sogar KI-Forscher der ersten Stunde schon seit Jahren vor Risiken für Gesellschaft und Menschheit, die von allzu mächtig werdender künstlicher Intelligenz ausgehen könnten. Das reicht bis hin zur Auslöschung der Menschheit. Das allerdings halte ich für eher unwahrscheinlich, denn irgendwer wird (hoffentlich) immer wissen, welchen Stecker man ziehen muss, um den Spuk zu beenden.

Die Menge an Beiträgen, Kommentaren und Beurteilungen zu KI ist unüberschaubar. Da kam ich auf die Idee, eine KI diese Zusammenfassung für mich machen zu lassen und habe so meine ersten ChatGPT Erfahrungen gesammelt. Meine Frage an ChatGPT war:
Wo liegen die Gefahren für den Arbeitsmarkt, wenn KI viele Aufgaben schneller und günstiger erledigen kann als Menschen?
Die Antwort war sehr umfassend und gab eigentlich alles wieder, was ich an Befürchtungen und Warnungen gelesen hatte. U.a. Arbeitsplatzverlust durch Automatisierung bei unteren und mittleren Qualifikationsstufen, sinkende Löhne und sogar vor psychologischen Folgen warnte ChatGPT, denn Arbeit ist nicht nur Einkommen, sondern auch Identität, soziale Anerkennung und gibt dem Alltag Struktur. Und wenn Menschen sich ersetzbar und nutzlos fühlen, führt das zu Unsicherheit, Sinnkrisen und massiven gesellschaftlichen Konflikten. Soweit so schlecht. Aber eine KI wäre nicht sehr intelligent, wenn sie nur vor sich selbst warnt, ohne darauf hinzuweisen, dass es immer Veränderungen und Automatisierung gegeben hat. Das kann zu Beginn schwer werden, aber die KI-Antwort klang zuversichtlich.
Mal sehen, was die weitere Entwicklung so mit sich bringt. Bestimmt wird viel Gutes und Nützliches dabei sein. Aber leider werden auch Fake-News, Unwahrheiten, Propaganda und Manipulation dabei sein, die für die wenigsten Menschen noch zu erkennen sein werden. Selbst geschulte Redakteure beim ZDF sind ja aktuell darauf reingefallen.
Und die Lumpen der Menschheit werden leider immer skrupelloser.

Ich werde dennoch ab und zu mal ausprobieren, was ich mit dem Programm Nützliches machen kann. Die Anfänge waren gar nicht so übel. Pünktlich zum Valentinstag am 14. Februar, hat ChatGPT meinen ersten Auftrag ein Bild zu erstellen sehr gut erledigt. Dabei habe ich es dem Programm nicht leicht gemacht. Da der 14. 2. nicht nur Valentinstag, sondern gleichzeitig auch der Welttag des Mettbrötchens ist, lautete der Auftrag ein Bild mit herzförmigen Mettbrötchen zu generieren.
Das ist gelungen und ich hatte auch gleich eine Idee. Statt Blumen oder Pralinen, habe ich meine Frau zum Frühstück mit Mettbrötchen in Herzform überrascht. Sie hat’s gemocht, ich auch!

 

Ich wünsche einen guten Start in den Frühling!
Ihr

Andreas Geist