Kolumne "Geistreich": Extreme sind immer von Übel! *

Hier erzählt unser (Un-)Ruheständler Andreas Geist über seine Eindrücke aus dem Leben eines Rentners.

Gerade stöhnt Europa unter einer (noch) außergewöhnlichen Hitzewelle. Mein Außenthermometer zeigt üppige 35 Grad an und ich mag gar nicht vor die Türe gehen.
Und da ich als Rentner jetzt auch nicht raus muss, um irgendetwas zu erledigen – einkaufen war ich heute Morgen um 8 Uhr schon - nutze ich die Zeit und forsche mal nach, was dem älteren Menschen denn so empfohlen wird, um die Hitzeperiode schadlos zu überstehen.
Etwas wirklich Neues habe ich nicht entdecken können.
Viel trinken, vorzugsweise (Mineral-)Wasser, Tee ohne Zucker, kleine leichte Mahlzeiten zu sich nehmen, körperlich Anstrengendes unterlassen, leichte, luftige Kleidung und Kopfbedeckung tragen und falls man doch raus muss, die Sonnencreme nicht vergessen.
Da hält sich doch jeder klardenkende Mensch dran, sollte man meinen.
Aber gerade das klare Denken scheint ein Problem zu sein, nicht nur bei extremer Hitze. Da gibt es immer noch mächtige Leute, die leugnen, dass die Wetterextreme, die wir derzeit erleben, menschengemacht sind. Sie wollen neue Bohrfelder erschließen, zwingen Wirtschafts“partner“ ihnen Öl und Gas abzukaufen und wettern gegen Windräder und andere alternativen Energien, denn die verringern ja den Bedarf an fossilen Energieträgern.

Zu meiner Studentenzeit hatte ich auf meiner Renn-Ente (kein normaler Citroen 2CV, sondern eine Dyane 6!) einen Aufkleber: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ Ein Spruch indianischen Ursprungs bekannt als die Weissagung der Cree, eines indigenen Volkes in Nordamerika. So ein Zufall!!!
Die konnten scheinbar noch klar denken und haben vorhergesehen, was der weiße Mann in seiner Gier anrichtet, ohne Rücksicht auf andere Menschen und die Natur.
Aber zurück zum Wohlbefinden und der Gesundheit bei Hitze. Das mit dem ausreichend Wassertrinken erscheint mir besonders wichtig. Ich schaffe locker die empfohlenen 2 bis 2,5 Liter am Tag. Hier können Sie übrigens ausführlich nachlesen, was empfohlen wird.
Allerdings würde ich die Menge wohl nicht trinken, wenn ich auf „Liquid Death“ zurückgreifen müsste. Kennen Sie nicht? Das ist keine Bildungslücke. Ich bin auch nur zufällig darauf gestoßen. Liquid Death (flüssiger Tod) ist nichts anderes als Mineralwasser und eine Marketing Idee, um Menschen, die nicht ganz so klar denken können oder wollen, viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Den flüssigen Tod bekommt man inzwischen auch bei uns in Dosen mit Totenkopf Aufdruck zu kaufen. In verschiedenen Geschmacksrichtungen und für schlappe 5 - 6 Euro pro Liter. Googlen Sie mal „liquid death water“. Da weiß man doch sofort, wie die Marketingleute aus Amerika auf den Namen gekommen sind. Ich würde da Schnappatmung und Rhythmusstörungen kriegen oder aber verdursten und in die ewigen Jagdgründe der Cree eingehen.
Aber es gibt eine Lösung. Auf der verlinkten Seite des Bayrischen Verbraucherschutz-Ministeriums wird auch Bier ausdrücklich erlaubt. Ok, in homöopathischen Dosen, aber die eiskalte Flasche Kölsch in meinem Kühlschrank ist jetzt fällig!

Bleiben Sie cool und kommen Sie gut durch den Restsommer, der hoffentlich erträglicher wird ohne Hitzewellen, Sturzfluten, Waldbrände…

Ihr

Andreas Geist

* Eine Aussage meines Geographielehrers Fritsch in der Oberstufe. Auf alle Bereiche unseres Daseins anwendbar und zutreffend!!!