Jahresabschlussschreiben 2022

Anbei finden Sie das Jahresabschlusschreiben unseres Vorsitzenden Reinhard Schneider.

Liebe Sportfreund*innen,


als große Gemeinschaft sportlich aktiver Menschen haben wir im BRSNW e.V. in den beinahe drei Jahren der Pandemie in vielen Bereichen arge Einschränkungen hinnehmen müssen. Das Corona-Virus hat unseren sportlichen und gesellschaftlichen Alltag kräftig durcheinandergebracht und wir mussten auf vieles verzichten, was uns lieb und teuer ist. Das vergangene Sportjahr 2022 hat uns jedoch bereits viele Möglichkeiten eröffnet, wieder aktiver werden zu können und gemeinsam Sport zu treiben. Nun endlich zeichnet sich ab, dass sich die Infektionslage weiter verbessert und die strikten Einschränkungen nicht mehr notwendig sind, um sich und andere zu schützen. Damit wächst die Hoffnung, dass Normalität in absehbarer Zeit erreicht werden kann und unsere Sportveranstaltungen vom Reha-, über den Breiten- bis hin zum Leistungssport wie früher ohne besondere Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen stattfinden können. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass das Leben wieder seinen gewohnten Gang nehmen kann, auch wenn die derzeitige politische Lage auf der Welt neue dunkle Wolken parat hält, von denen noch niemand weiß, was sie uns bringen.
Ich hoffe sehr, dass es diese Normalität schnellstmöglich auch für all die Menschen gibt, die jetzt durch Krieg, Vertreibung und Not noch viel mehr verlieren als nur die Möglichkeit am Sport teilnehmen zu können. Dieser verbrecherische Krieg zeigt, wie wichtig es ist, zusammen zu halten, miteinander zu reden und Probleme gemeinsam friedlich zu lösen. Und das nicht allein in der Weltpolitik, sondern auch in unserem täglichen Umgang miteinander.

Herausforderungen gemeistert

Wie schon in den vorherigen Jahren gab es auch in 2022 noch etliche Herausforderungen zu bewältigen. Der Übungsbetrieb in den Vereinen, die Durchführung von (Sport-)Veranstaltungen und auch Maßnahmen zur Qualifikation u.a.m. litten noch unter den verständlichen Ängsten und Vorbehalten bezüglich des Infektionsrisikos. Aber dank engagierter Menschen mit kreativen Ideen konnten die Folgen nicht nur weitestgehend abgefedert und der Betrieb aufrechterhalten werden, es konnten sogar wieder sehr viele Maßnahmen in Präsenz durchgeführt und nachgeholt werden.

Schon zu Jahresbeginn Anfang Januar gab es wieder wichtige Veranstaltungen. Das Trainingslager der Schwimmer in Duisburg, der erste Lehrgang für den Landeskader und das Talentteam des BRSNW im Tischtenniszentrum in Düsseldorf, der Skitag für Menschen mit Behinderung im Sauerland sind nur drei Beispiele für den Schwung, mit dem der Start in das Sportjahr 2022 erfolgte. Viele weitere nationale und internationale Sportereignisse folgten, wobei die Winterparalympics in China, IPC WM Schwimmen auf Madeira, EM Para Kanu in München und die WM Para Radsport in Kanada sicherlich zu den Hochkarätern zählten. Mit Ausnahme der Winterparalympics, bei denen keine NRW-Sportler*innen am Start waren, konnten unsere Sportlerinnen und Sportler dort erfreuliche Erfolge feiern.

Wieder "aktiv dabei"!

War es in den Jahren 2020 und 2021 noch notwendig gewesen, viele Veranstaltungen abzusagen oder bestenfalls online durchzuführen, konnten wir im vergangenen Jahr schon wieder deutlich mehr Präsenz zeigen. Beispiele sind die Vollversammlung der KiJu BRSNW in Duisburg Anfang Mai, die wieder von Angesicht zu Angesicht durchgeführt werden konnte. Dazu kamen über das Jahr verteilt zahlreiche Projekt- und Schnuppertage, um Menschen mit Behinderung erste Erfahrungen in verschiedenen Sportarten zu vermitteln.
Erstmals nach einer zweijährigen Pause fanden vor den Sommerferien 2022 auch wieder die Landeswettbewerbe „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ in Nordrhein-Westfalen statt.
Am 1. Juni 2022 kamen in der Sportschule Kamen-Kaiserau acht Schulen zusammen, um sich in den Disziplinen Schwimmen und Leichtathletik zu messen. Am 14. Juni 2022 fand dann das inklusive Landesfinale der Schulen aus NRW in Duisburg statt. Die KiJu BRSNW nutzte die Möglichkeit, um im Auftrag der Landesstelle für den Schulsport einen Aktionstag durchführen.
Ein besonderes Ereignis war der 1. BRSNW-Juniorcup am 02. Juli 2022 in Leverkusen. Rund 80 jugendliche Athlet*innen, Nachwuchstalente und Bambinis traten an, um ihre persönlichen Bestleistungen aufzustellen oder zu verbessern.

KOOPERATIONEN

Wer etwas bewegen will, braucht engagierte Menschen, die bereit sind, sich einzubringen und die Aufgaben gemeinsam zu schultern. Daher gibt es seit Anfang September 2022 das Projekt „Auf einer Wellenlänge – Inklusiv aktiv“ des BRSNW und des Schwimmverbandes NRW (SV NRW). Ziel ist es, Menschen mit und ohne Behinderung umfassende, gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabemöglichkeiten im Bewegungsraum Wasser eröffnen. Schwerpunkte sind der Bereich Anfängerschwimmausbildung und darüber hinaus die Zusammenarbeit bei Wettbewerben wie z.B. den erstmalig durchgeführten inklusiven NRW-Meisterschaften in der Wuppertaler Schwimmoper.

Unter dem Motto „Mit Bewegung geht es weiter“ ist eine neue Kooperation des BG Klinikums Duisburg mit dem BRSNW entstanden. Hier geht es darum, Rehabilitandinnen und Rehabilitanden bei der Rückkehr in ein selbstbestimmtes und aktives Leben zu unterstützen, sie zu motivieren, ihnen Perspektiven aufzuzeigen und den Betroffenen über eine Teilnahme am Sport ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln.

INTERNES

18. Verbandstag
Am 12. November 2022 fand der 18. Ordentliche Verbandstag des Behinderten- und Rehabilitations-sportverbandes Nordrhein-Westfalen e.V. (BRSNW) in Recklinghausen statt. Neben der Berichterstattung über die Arbeit der vergangenen Jahre ist die Ausrichtung des Verbandes auf eine erfolgreiche Zukunft Aufgabe eines Verbandstages. Bereits im Vorfeld hatten alle Mitglieder auf den Bezirksversammlungen die Möglichkeit, an der Gestaltung der Verbandsziele im Einklang mit den Wünschen und Bedürfnissen der Vereine mitzuwirken. Künftig wird der BRSNW den Fokus stärker auf den Breitensport und den inklusiven Sport ausrichten und seine Mitgliedsvereine dabei unterstützen. Gemeinsam mit den Vereinen wird der BRSNW die durch die Corona-Krise verursachten Herausforderungen wie rückläufige Mitgliederzahlen, fehlende Übungsleitungen, abnehmende Kinder- und Jugendgruppen oder die schwindende Beteiligung an Wettkämpfen und Spiel- und Sportfesten meistern.

Eine wesentliche Änderung gab es auch in der Zusammensetzung des Vorstandes. Dieser wurde von fünf auf sieben Mitglieder erweitert. Neben dem Vorsitzenden sowie drei stellvertretenden Vorsitzenden wird zukünftig auch die Vorsitzende der KiJu BRSNW im Vorstand mitwirken. Hinzu kommen noch die beiden hauptberuflichen Geschäftsführer. Durch die Vergrößerung des Vorstandes soll die inhaltliche Diskussion zu den Kernthemen des Verbandes wie Breiten-, Leistungs- und Rehabilitationssport, Qualifizierung und Kinder- und Jugendarbeit verstärkt im Vorstand erfolgen.
Der neue BRSNW Vorstand besteht aus Sylvia Hof, Ulrike Plitt, Anja Surmann, Lena Kreft, Reinhard Schneider und den hauptamtlichen Geschäftsführern Lars Wiesel-Bauer und Holger Wölk.

Ehre wem Ehre gebührt
Ludger Elling wurde nach 33 Jahren in verschiedenen Funktionen im BRSNW aus dem Vorstand verabschiedet und zum Ehrenmitglied gewählt. Er bleibt dem Verband aber mit seiner Expertise, insbesondere als Beauftragter für Inklusion weiterhin erhalten. Neben Ludger Elling wurden Bodo Neumann, Petra Bauer, Ludger Düchting, Thomas Menke, Rolf Spitzer und Stefanie Plümper-Little aufgrund ihrer langjährigen Verbandsaktivitäten in unterschiedlichen Funktionen im BRSNW zu Ehrenmitgliedern gewählt.

Besondere Auszeichnungen wurden Ulla Czerwonka mit der silbernen und Alfred Beyer sowie Prof. Dr. Jürgen Innenmoser mit der goldenen Ehrenmedaille des BRSNW für ihr außergewöhnliches Engagement zuteil. Die Ehrungen führten die Staatssekretärin Andrea Milz, die BRSNW-Ehrenvorsitzende Inge Falk und der alte und neue BRSNW-Vorsitzende Reinhard Schneider durch.

Ein kleines Jubiläum
In diesem Jahr begeht der BRSNW sein 70jähriges Jubiläum. Allerdings haben wir uns dazu entschlossen kein großes Fass aufzumachen, um uns selbst zu feiern, auch wenn das ohne Zweifel ein guter Grund wäre. Stattdessen wollen wir uns intensiver um die auf dem Verbandstag definierten Ziele kümmern. Das soll aber nicht heißen, dass wir das Jubiläum stillschweigend übergehen. Im Lauf des Jahres werden wir unterschiedliche Gelegenheiten nutzen, um die 70 Jahre erfolgreicher Verbandsarbeit darzustellen und zu würdigen. Unsere Verbandsarbeit war und ist nur erfolgreich aufgrund intensiver Zusammenarbeit auf Landes-, Bezirks- und insbesondere Vereinsebene. Ihnen/Euch allen möchte ich für die geleistete Arbeit in der Vergangenheit herzlich danken. Auch in Krisen und Zeiten der Rezession haben Sie in den Vereinen die Basis des Sports für Menschen mit Behinderung gebildet und Sport, Begegnung und Inklusion möglich gemacht. Mein aufrichtiger Dank gilt Ihnen allen, die sich für Menschen mit Behinderung engagieren. Einschließen möchte ich auch unsere langjährigen Partner und Förderer, deren Unterstützung ebenfalls ein Grundstein für 70 Jahre erfreulicher Verbandsgeschichte ist.

Freuen Sie sich darauf!

Auch wenn in diesem Jahr keine Paralympics anstehen, können wir uns im Sportjahr 2023 auf zahlreiche sehens- und besuchenswerte Veranstaltungen freuen.
Die INVICTUS-Games finden vom 09. - 16. September 2023 in Düsseldorf statt.
Ziel der Veranstaltung ist es, an Seele und Körper verwundeten, verletzten und erkrankten Soldatinnen und Soldaten eine größere Wahrnehmung und Anerkennung in der Gesellschaft zuteilwerden zu lassen und ihren Weg in der Rehabilitation zu unterstützen. Unter dem Motto „A HOME FOR RESPECT.“  begrüßt die Stadt Düsseldorf gemeinsam mit der Bundeswehr rund 500 Wettkämpferinnen und Wettkämpfern aus über 20 Nationen sowie rund 1.000 Familienangehörige und Freunde zu Wettkämpfen in zehn Disziplinen.
Einen Besuch bei den INVICTUS Games können Sie gut mit einem Besuch der REHACARE 2023 (13. - 16. September 2023) und unseres Sportcenters verbinden. Nach zwei Jahren Pause fand letztes Jahr wieder ein Sportcenter in einer völlig neu gestalteten Halle statt und war ein grandioser Erfolg. Neue Mitmachaktionen und Informationsflächen erwiesen sich als Publikumsmagnete. Dabei wurde aber auch auf Traditionelles nicht verzichtet. In der Folge verteilte sich das Publikum je nach Interesse gleichmäßig über die gesamte Halle. Ein positiver Nebeneffekt: Durch den Wegfall der zentralen Bühne mit Dauerbeschallung sind ruhigere, intensivere Gespräche und Erklärungen möglich geworden, was von Besuchern, Standbesetzungen und Akteuren begrüßt wurde.

Paralympics Paris 2024
Bereits zwei Jahre vor Beginn der Paralympischen Spiele in Paris 2024 hat der BRSNW die Planungen für das Projekt #RouteVersParis gestartet. Ziel ist es, der Öffentlichkeit die Vielfalt des Sports von Menschen mit Behinderung näher zu bringen und das enorme Leistungspotential von Sportler*innen mit Behinderung darzustellen. Paralympics direkt vor unserer Haustüre bieten hervorragende Möglichkeiten, die Begeisterung für den Behindertensport und die Motivation, selbst aktiv zu werden, bis in den letzten Winkel NRWs zu tragen. Wir unterstützen, dass wieder eine Vielzahl der Athlet*innen des Team Deutschland Paralympics aus NRW kommen. Mehr als ein Drittel aller deutschen Medaillen wurden in London, Rio und Tokio von NRW-Sportler*innen gewonnen. An diese sportlichen Erfolge will der BRSNW anknüpfen.
Den Startschuss für die Umsetzung der Projektmaßnahmen wird Projektleiterin Laura Löffler zu Beginn des Jahres 2023 geben. Dieser Zeitpunkt ist mit Bedacht gewählt, denn 2023 ist das Jahr unseres 70jährigen Verbandsjubiläums.

DIGITALES


Forciert durch die Corona-Einschränkungen hat sich der Ausbau digitaler Strukturen in der Vergangenheit erheblich beschleunigt. Nie war es leichter, sich und andere zu informieren und miteinander zu kommunizieren. Das gilt auch für unseren Verband, unsere Vereine und Mitglieder. Beispiele sind online durchgeführte Veranstaltungen wie Bezirksversammlungen, Fortbildungen, Workshops usw.
Lassen Sie uns diese Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen, Gedanken auszutauschen, und zur Diskussion verstärkt nutzen, so wie es bei den "Digitalen Stammtischen", die inzwischen mehrere Bezirke durchführen, geschieht.

Ihnen/Euch, allen Mitgliedern der Vereine, Angehörigen und Freunden wünsche ich ein glückliches, zufriedenes Jahr 2023 bei bester Gesundheit und der Zuversicht, dass wir bald wieder in einer friedlicheren Welt leben können.
Ich freue mich darauf, viele von Ihnen/Euch bald auch wieder persönlich zu treffen, und dass wir auch im kommenden Jahr gemeinsam „aktiv dabei“ sein können.

Ihr/euer
Reinhard Schneider
Vorsitzender des BRSNW