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Große Veränderungen für Chinette Lauridsen – Der Weg Richtung Paralympics beginnt

Beim Heim-Weltcup der International Canoe Federation in Brandenburg an der Havel sorgte die Sportlerin Chinette Lauridsen von Bertasee Duisburg e.V. für große Aufmerksamkeit im internationalen Parakanu.

Im Finale der Frauen VL1 über 200 Meter entwickelte sich zunächst ein packendes Rennen. Fast wie bei der Weltmeisterschaft 2025 in Mailand kämpfte Chinette Lauridsen mit starken Paddelschlägen um den Sieg. Neu im internationalen Feld war dabei eine neutrale Athletin aus dem russischsprachigen Raum, die sich gemeinsam mit Chinette ein enges Rennen lieferte. Die bisherige Vize-Weltmeisterin wurde früh auf Rang drei verwiesen.

 

Auf den letzten 50 Metern konnte sich Chinette Lauridsen durch eine starke Endphase absetzen. Während die zu diesem Zeitpunkt zweitplatzierte Athletin aufgrund des starken Seitenwindes ihr Boot stärker steuern musste und dadurch Geschwindigkeit verlor, hielt die Duisburgerin konsequent ihre Linie und überquerte als Erste die Ziellinie.

 

Nach der Bootskontrolle folgte zunächst die Siegerehrung und Chinette Lauridsen wurde für ihre starke Leistung mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Doch anschließend kam es zu einer seltenen Situation im internationalen Parasport: Trotz eines fehlerfreien Rennens wurde die deutsche Sportlerin nachträglich disqualifiziert.

 

Der Hintergrund war jedoch keineswegs negativ. Bereits seit dem vergangenen Jahr hatte Bundestrainer André Brendel gegenüber dem Weltverband darauf hingewiesen, dass Chinette Lauridsen aufgrund ihrer vorhandenen Beweglichkeit im Oberkörper eigentlich nicht der nicht-paralympischen Startklasse VL1, sondern der paralympischen Klasse VL2 zugeordnet werden sollte.

 

Im Rahmen der internationalen Klassifizierung wurde dies nun durch eine Rennbeobachtung während des Weltcup-Finales bestätigt. Das Klassifizierungsteam der ICF stufte Chinette Lauridsen anschließend offiziell in die paralympische Startklasse VL2 ein.

 

Für das deutsche Team überwog deshalb die Freude deutlich. Die neue Klassifizierung bestätigt die sportliche und medizinische Einschätzung der vergangenen Jahre und eröffnet Chinette Lauridsen nun die Möglichkeit, den Weg Richtung Paralymische Spiele Los Angeles 2028 einzuschlagen.

 

Der nächste internationale Höhepunkt wartet bereits: Bei der Europameisterschaft im portugiesischen Montemor-o-Velho wird Chinette Lauridsen erstmals in ihrer neuen paralympischen Startklasse antreten und dort wichtige Weltranglistenpunkte im Kampf um eine Paralympics-Quote sammeln.