Inklusive und zertifizierte Ausbildung zum „Trainer-Assistent ID-Judo“ ist gestartet.

Nach einem langen, fast zweijährigen Lockdown gab es vom 3. – 5. September 2021 in der Sportschule Hennef einen Restart, endlich auch für die ID-Judoka.

© Wolfgang Janko

Der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen (BRSNW)  führte in Kooperation mit dem Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband den ersten Teil seiner inklusiven Trainer-Assistentenausbildung in der Sportart Judo durch. Die Ausbildung wird finanziell von der Herbert-Grünewald-Stiftung unterstützt, so dass die Teilnahmegebühren niedrig gehalten werden konnten.

Mit 27 Teilnehmer*innen, darunter fünf Trainer, war der Judolehrgang sehr gut besetzt. Zwei ID-Judoka reisten für den Lehrgang sogar aus München an.

Das Wochenende begann mit einem Kennenlernen und einer theoretischen Einheit über die Entwicklung des Behinderten-Judo und einem speziellen Überblick über Merkmale von Menschen mit geistiger Behinderung.

Alle anderen Lehrgangseinheiten wurden ausschließlich praxisorientiert angeboten. Es galt die 3-G-Regel. Dabei wurde am 1. Lehrgangswochenende großen Wert auf die Vermittlung judospezifischer Basistechniken unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung gelegt. Denn das zeigt die tägliche Judopraxis: Das individuelle Lernen auf der Judomatte, bei dem Körper und Bewegung von den Teilnehmenden experimentierend eingesetzt werden, benötigt eine große Zahl von Trainerhelfer*innen.
Da die Übenden im Behinderten-Judo aufgrund ihrer Einschränkungen häufig gezwungen sind, sich eigene Lernwege zu suchen, benötigen sie fast immer einen „eigenen Trainer“.

Referent Henning Schäfer verstand es meisterhaft, den Teilnehmern die Formen der Falltechniken, Fußwürfe, Eindrehtechniken und die Formen der Grundhaltetechniken methodisch und spielerisch zu vermitteln.

Hinzu kamen verschiedene Bewegungs- und Mannschaftsspiele, die sich als Erwärmungs- und Cooldown-Übungen für das Judo-Training von Menschen mit Behinderung als geeignet herausgestellt haben. Die Trainer-Helfer*innen sollten vielfältige Methoden kennen lernen und ausprobieren und somit Kompetenzen in der Trainingsassistenz gewinnen.
Abgerundet wurde das Angebot durch Aufgaben hinsichtlich der Aufsichtsführung beim Übungsbetrieb, bei Wettkämpfen und in der Freizeitgestaltung.

Durch das erfolgreiche Absolvieren der beiden Lehrgänge können die Teilnehmenden das „Trainer-Assistenten-Zertifikat“ des BRSNW erwerben bzw. verlängern. Gleichzeitig wurde die Ausbildung mit 30 Lerneinheiten zum Erwerb der Trainer C-Lizenz des NWJV anerkannt.