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Drei deutsche Para Meisterschaften in NRW ein voller Erfolg

Rollstuhltennis in Köln beim TC Weiden, Sitzvolleyball in Leverkusen und Para Dressur in Balve: Am Wochenende kamen Fans des Para Sports in NRW ganz auf ihre Kosten – bei den „Mini-Paralympics“ mitten im Bewerbungs-Rennen für Olympische und Paralympische Spiele in KölnRheinRuhr.

Foto: Mika Volkmann

Vier DM-Titel im Rollstuhltennis für NRW

„Wir haben hier drei Tage mit grandioser Atmosphäre und wirklich starken sportlichen Leistungen erleben dürfen“, sagt Rollstuhltennis-Bundestrainer und Turnierorganisator Niklas Höfken, nachdem gut 30 Rollstuhltennis-Asse drei Tage lang auf der barrierefreien Anlage des TC Weiden aufgeschlagen hatten: „Aus meiner Sicht war das Niveau der Deutschen Rollstuhltennis-Meisterschaften noch nie so hoch wie 2026.“

Da war es nur logisch, dass die NRW-Asse ihren Heimvorteil nutzen konnten und insgesamt vier DM-Titel einheimsten. Britta Wend siegte im Einzel und im Doppel gemeinsam mit Bettina Nowag, bei den Junioren setzte sich John Brendahl gegen seinen Teamkollegen Timo Schmiesing durch und holte gemeinsam mit Toni Dittmar den Titel im Herren-Doppel. Dittmar wurde zudem Zweiter im Herren-Einzel genau wie Konstantin Voglis in der Klasse der Quads.

Sitzvolleyball: 2x Silber für den TSV Bayer 04 Leverkusen

Auch beim Sitzvolleyball sah es lange so aus, als würde der Plan des TSV Bayer 04 Leverkusen mit der Heim-DM aufgehen. Die Mixed-Mannschaft mit fünf Nationalspielern gewann in der Vorrunde und in der Zwischenrunde alle Duelle in der heimischen Herbert-Grünewald-Halle, auch die Frauen blieben dank der inklusiven Unterstützung der Zweitliga-Volleyballerinnen der BayerVolleys in vier Spielen ohne Punktverlust.

Im Endspiel dominierte das Mixed-Team den ersten Satz gegen Rheinland-Pfalz, hatte dann aber im zweiten das Nachsehen, verlor im Tiebreak 14:16 und verpasste den angestrebten 30. DM-Erfolg. Die Frauen hatten in der Vorrunde zwei Mal gegen die Titelverteidigerinnen aus Potsdam 2:1 gewonnen, im Finale am Sonntag mussten sie sich aber mit 0:2 geschlagen geben.

Leverkusens Parasport-Geschäftsführer und Organisator Jörg Frischmann zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Turnier: „Ich habe bei deutschen Meisterschaften noch nie eine Halle erlebt, wo so eine Stimmung war, und ich denke, das war einfach Werbung für unseren Sport. Es war eine Meisterschaft auf hohem Niveau.“

Para Dressur: Fünf von sechs Medaillen gehen nach NRW

In der Para Dressur bot das Balve Optimum bereits zum dritten Mal in Folge die perfekte Kulisse für gelebte Inklusion im Spitzen-Reitsport. Parallel zu den Wettbewerben des Regelsports ritt die nationale Elite des Para Dressursports um die Deutschen Meistertitel – und um eine Empfehlung für die Heim-WM in Aachen.

In den Grades I bis III führte einmal mehr kein Weg an Heidemarie Dresing vorbei. Die Doppel-Europameisterin aus Rheda-Wiedenbrück dominierte mit ihrer elfjährigen Oldenburger-Stute Poesie alle drei Wertungsprüfungen und sicherte sich souverän ihren inzwischen sechsten Deutschen Meistertitel. „Ich habe mir einen Plan für meine Ritte gemacht und es ist alles aufgegangen“, resümierte Dresing, die ihre Stute liebevoll „Püppi“ nennt und besonders deren schwingenden Gang und die hohe Qualität lobte. Silber ging an Gianna Regenbrecht mit der elfjährigen Stute First Florentine XT.

In den Grade IV und V gingen die Medaillen ebenfalls nach NRW. Nachdem Newcomerin Helen Schildhauer mit ihrem imposanten Fuchswallach Vulkan Vegas IB sensationell die zweite Wertungsprüfung gewann und in der finalen Kür zwischenzeitlich sogar die Führung übernahm, behielt Regine Mispelkamp als letzte Starterin die Nerven. „Ich habe mir gedacht, jetzt zeigen wir es den jungen Damen nochmal“, sagte die Geldenerin mit einem Augenzwinkern und sicherte sich nach einer fehlerfreien Vorstellung auf ihrem erfahrenen 14-jährigen Paralympics-Pferd Highlander Delight's den Meistertitel: „Er ist mein Herzenspferd, wir sind so eine Einheit, wir sprechen einfach eine Sprache.“ Bronze erhielt Anna-Lena Niehues mit ihrer Stute Vive L’amour.

 

Nach dem Wochenende ist auch noch nicht Schluss mit Para Sport in NRW: Neben der bereits erwähnten Heim-WM in der Para Dressur in Aachen spielen vom 3. bis zum 5. Juli die Rollstuhlbasketballerinnen in Dortmund den DM-Titel aus, die Para Bogensport-DM findet in Hamm am 22. und 23. August statt. Der finale Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga ist am 11. und 12. September in Essen, nachdem gerade in Dortmund Station gemacht wurde. Am 20. Juni springen beim Tag der Überflieger in Essen die besten Para Weitspringerinnen und -springer durch die Lüfte, am 5. Juli sind die Handicap Open im Para Tischtennis in Düsseldorf und am 18. Juli das international renommierte Para Leichtathletik Heimspiel in Leverkusen sowie vom 20. bis 23. August der Nations Cup Cologne im Rollstuhlbasketball.

„In NRW wird Para Sport minütlich gelebt, nirgendwo sonst gibt es eine solche Vielfalt an Para Sport-Ereignissen“, sagt BRSNW-Geschäftsführer Michael Nordhaus: „Das unterscheidet uns mit Blick auf KölnRheinRuhr und eine deutsche Olympia- und Paralympics-Bewerbung auch von allen Mitbewerbern. Wer selbst Para Sport ausprobieren möchte, kann sich jederzeit bei unseren Talentscouts melden, die alle selbst aus dem Leistungssport kommen – oder einfach vom 23. bis 26. September in unserem BRSNW-Sportcenter in Düsseldorf auf der Rehacare vorbeischauen.“