Deutsche Verbandsmeisterschaft im ID-Judo 2022 in Wiesbaden

Nach dreijähriger Corona-Pause konnten endlich wieder die Deutschen Verbandsmeisterschaften im ID-Judo durchgeführt werden.

© Wolfgang Janko

Die vom Judo Club Wiesbaden hervorragend ausgerichteten DVMM fanden in einem würdigen Rahmen in der Sporthalle 2, Am Stadtring, statt. Pünktlich um 11:30 Uhr begann die Veranstaltung mit dem Einmarsch der anwesenden Landes-Verbandsmannschaften und einer kleinen Eröffnungsfeier. Um 12:00 Uhr starteten bereits die ersten Kämpfe.

In diesem Jahr gab es eine echte Neuerung. Zum ersten Mal kämpften die ID-Judoka in gemischten Teams nach den IJF-Vorgaben bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Drei Frauen in den Gewichtsklassen -57 kg, -70 kg und +70 kg und drei Männer -73 kg, -90 kg und +90 kg kämpften abwechselnd in einer Mannschaft. Wie immer wurde in zwei Wettkampfklassen (WK1 und WK2) für  motorisch stärkerer und motorisch eingeschränktere Judoka gekämpft.

Die Wettbewerbe wurden auf zwei Matten durchgeführt.

Wie immer bei den Mannschaftskämpfen der Judoka mit geistigen Einschränkungen, ging es in der Wiesbadener Sporthalle lautstark aber absolut fair zu. Für eine tolle Atmosphäre sorgten die hoch spannenden Kämpfe, aber auch die gelungene Ausstattung der Sporthalle und die freundlichen Helfer des Teams um Rebekka Perrier vom JC Wiesbaden. Leider waren in der hessischen Landeshauptstadt mit den Teams Baden, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen nur vier Landesverbände mit insgesamt zehn Mannschaften angereist. Hier wünschen wir uns noch eine stärkere Beteiligung der fehlenden Landesverbände und eine stärkere Unterstützung der Judo- bzw. Behindertensportverbände.

In der Wettkampfklasse 1 traten zwei Teams aus NRW und ein Team aus Bayern an.

Da die bayerische Mannschaft personell geschwächt anreiste, kamen hier die Favoriten eindeutig aus NRW und am Ende belegten auch diese Teams die ersten beiden Plätze.

Hoch spannend und ausgeglichener verliefen dagegen die Kämpfe in der Wettkampfklasse 2.

Hier wurde in 2 Pools mit einmal vier und einmal drei Mannschaften gekämpft, wobei die ersten und zweiten im Pool die Halbfinale austrugen.

Eine große Überraschung war aber dann doch, dass sich die Vertretungen Bayerns und NRWs mit beiden Mannschaften im Pool durchsetzen konnten, so dass die Halbfinalbegegnungen lauteten:

Bayern 1 – Bayern 2  und NRW 1 – NRW 2.

Erwartungsgemäß setzten sich die beiden Erstmannschaften durch, die dann auch das Finale austrugen.

An diesem Tag zeigte sich, dass die Bayern den besseren Tag erwischt und bei einigen Kampfrichterentscheidungen auch das notwendige hatten. Bayern 1  konnte das Finale gegen NRW 1 mit 4 : 2 für sich entscheiden. Mit dem gleichen Ergebnis gewann auch Bayern 2  das kleine Finale um Platz drei gegen NRW 2.

Eine sehr gelungene Abendveranstaltung mit einem ansprechenden Buffet und der Siegerehrung rundete die DVMM wunderbar ab und sorgte für einen schönen Ausgleich für den sehr langen, aber letztlich außerordentlich erfolgreichen Wettkampftag.

NRW ID-Trainer Frank Schuhknecht war mit dem Abschneiden seiner Judoka hoch zufrieden. Um zwei WK 2-Mannschaften starten zu lassen und damit allen Judoka Kämpfe zu ermöglichen, hatte Frank die 1. Mannschaft um eine Gewichtsklasse reduziert, Mannschaft 2 musste sogar  auf zwei Gewichtsklassen verzichten. Dass dennoch Platz 2 und 4 erkämpft werden konnten, spricht für die Wettkampfstärke der NRW-Judoka.

Schon heute freuen wir uns auf die nächsten Deutschen Verbandmeisterschaften im ID-Judo, die am 18. November 2024 in Bayern ausgetragen werden.

Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier.