Noch 181 Tage sind es, bis die Winter-Paralympics in Mailand und Cortina d’Ampezzo eröffnet werden. Nachdem der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen (BRSNW) bei den Sommerspielen in Paris einmal mehr der erfolgreichste Landesverband war, sieht es 6 Monate so aus, dass in Italien auch NRW-Athlet*innen im Team Deutschland Paralympics dabei sein werden.
Nach der Eröffnungsfeier im Amphitheater Arena di Verona am 6. März 2026 werden bis zum 15. März 2026 in insgesamt sechs Sportarten 79 Medaillenentscheidungen ausgetragen: im Para Ski alpin, Para Biathlon, Para Langlauf, Para Snowboard, Para Eishockey und im Rollstuhlcurling.
Sicher mit dabei sind aus NRW-Sicht die Para Eishockey-Spieler: Bei der WM in Buffalo (USA) qualfizierten sich Ingo Kuhli-Lauenstein, Marcel Malchin und Jano Bussmann von den TuS Wiehl Penguins sowie Sven Stumpe von den Kamen Barbarians zum ersten Mal nach 20 Jahren für die Paralympics. Dementsprechend groß war die Freude nach dem entscheidenden 5:2 gegen die Slowakei beim zweifachen Torschützen Ingo Kuhli-Lauenstein: „Vor zehn Jahren habe ich hier in Buffalo mein Debüt gefeiert, seitdem haben wir einige Tiefschläge kassiert, vor allem mit den beiden verpassten Paralympics-Teilnahmen. Dass wir das jetzt geschafft haben und diese Bühne betreten dürfen, ist einfach nur fantastisch. Das wird uns den Rest unseres Lebens miteinander verbinden und zusammenschweißen. Es ist wirklich ein Lebenstraum, der in Erfüllung geht, einfach unglaublich und grandios.“ Wie viele NRW-Spieler am Ende von Head Coach Ole Sundstøl für die Spiele im Palaitalia Santa Giulia in Mailand nominiert werden, ist noch offen.
Beste Chancen aus NRW-Sicht gibt es auch im Para Langlauf dank Sebastian Marburger vom SK Wunderthausen. Der 27-Jährige war nicht nur 2023 Weltmeister mit der offenen Staffel, sondern holte mit dieser im vergangenen Winter auch WM-Silber. Zudem gewann er im Weltcup beide Klassik-Sprints gegen hochklassige Konkurrenz, wenngleich ihm bei der Sprint-WM in Trondheim nur Platz fünf blieb.
Im Para Langlauf gibt es seit Anfang des Jahres eine weitere Hoffnung: Kathrin Marchand, Para Ruderin vom RTHC Bayer Leverkusen, hat nach den Sommer-Paralympics in Paris entschieden, Langlauf zu lernen und es auf Anhieb in den Weltcup geschafft, weil die Olympia-Ruderin von 2016 auf 20 Jahre Ausdauersport aufbauen kann. Im WM-Sprint von Trondheim verhinderte nur ein Sturz die Finalteilnahme, aber auch ihre Hoffnungen auf eine Nominierung für die Paralympics sind realistisch.
Auch im Para Ski alpin mischt das Rheinland mit. Der gebürtige Langenfelder Jeremias Wilke, der für die SG Ennepetal startet, ist Guide des sehbehinderten Skifahrers Alexander Rauen, der in Bonn studiert hat und über den Ski-Treff in Winterberg zum Para Ski alpin fand.
In weniger als 6 Monaten wissen wir mehr, wer den BRSNW bei den Winterspielen vertritt – selten waren die Aussichten größer, dass ein kleines, hoffnungsvolles NRW-Team an den Start geht.