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15.11.2018 : 4:59 : +0100

#Beim Sport gelernt

Der BRSNW unterstützt die Kampagne "Beim Sport gelernt" des LSB und WestLotto.


Showdown

Showdown

Showdown zu Deutsch „Tischball“ oder auch „Blindentischtennis“ ist eine rasante und dynamische Rückschlagsportart für Menschen mit einer Sehbehinderung, mit Blindheit aber auch für Menschen ohne eine Sehschädigung. Diese Sportart wird ähnlich dem Tischtennis auf einer 122 cm breiten und 366 cm langen Platte gespielt. Rund um die Platte befindet sich eine 14 cm hohe Bande, von der der Spielball abprallen kann. Auf beiden Kopfseiten gibt es eine 30cm breite rechteckige Öffnung in der Bande und ein halbrundes Loch in der Tischplatte. Das sind die Tore.

Ziel des Spiels ist es einen mit Metallspänen gefüllten Hartplastikball mit einem 30 cm langen Schläger in das Tor des Gegenspielers zu schlagen. Die Schläger sind dabei meistens rechteckig, oft mit abgerundeten Ecken. Das Schlägerblatt misst 20 cm, der Griff 10 cm. Das Material der Schläger ist nicht genau definiert, aber größtenteils werden Holzschläger verwendet.

Der Ball hat dabei einen Durchmesser von 6 cm. Die Spielfläche wird durch das so genannte Mittelbrett, welches Anstelle eines Netzes oberhalb der Bande angebracht ist, getrennt. Anders als beim Tischtennis muss man den Ball unter diesem Mittelbrett her spielen, da ein springender Ball von einer nicht sehenden Person nicht geortet und damit getroffen werden könnte. Der Abstand von der unteren Kante des Brettes bis zur Spielfläche beträgt dabei 10 cm.

Wird ein Tor erzielt gibt dies 2 Punkte. Bei Fehlern eines Spielers bekommt sein Gegner einen Punkt. Fehler können beispielsweise das Spielen des Balles gegen das Mittelbrett oder das Berühren des Balles mit einem anderen Körperteil außer der Spielhand sein. Showdown wird wie Tischtennis in Sätzen bis 11 Punkte gespielt. Dabei sind zwei Punkte Abstand in einem Satz notwendig, um den Satz für sich zu entscheiden. Je nach turnierform gibt es Spiele über einen Gewinnsatz, zwei oder drei Gewinnsätze. Zur Ausrüstung gehören neben dem Ball, ein Handschuh für die Spielhand, ein Schläger und eine absolut blickdicht abgeklebte Skibrille. Diese sorgt für Chancengleichheit während des Spiels. Egal ob ein Spieler eine Sehschädigung hat oder normalsichtig ist, diese Brille muss bei einem Spiel immer getragen werden. Das Spiel wird also rein nach Gehör gespielt.

Showdown wurde in den 1960er Jahren in Kanada von Joe Lewis erfunden und gelangte ab den 70er Jahren nach Europa. Ungefähr ab Mitte der 90er Jahre spielten auch in Deutschland die ersten Gruppen Showdown. Ab dem Jahr 2000 verbreitete sich die Sportart langsam immer mehr in der Bundesrepublik. Seit 2011 gibt es ein bundesweit ausgetragenes Turnier, an dem jedes Jahr 32 Spieler und Spielerinnen bei der Entrunde teilnehmen. Momentan wird in Deutschland noch nicht nach Geschlechtern unterschieden. Männer spielen noch gegen Frauen und umgekehrt. Ab der Saison 2016/17 wird jedoch zwischen den Geschlechtern getrennt gespielt. Bei internationalen Turnieren ist dies bereits der Fall. In jedem Jahr finden 4-5 große internationale Turniere in ganz Europa statt, bei denen man Punkte für die Weltrangliste sammeln kann. Alle zwei Jahre wird von der International Blind Sports Federation (IBSA) eine Europameisterschaft und im Wechsel damit ebenfalls alle zwei Jahre eine Weltmeisterschaft durchgeführt.

Seit 2014 ist Showdown eine Sportart innerhalb des BRSNW. In den Jahren von 2011 bis 2013 gab es regionale Turniere in NRW, die als Qualifikation für das bundesweite Turnier dienten. Im November 2014 wurde zum ersten Mal eine Landesmeisterschaft im Showdown in Duisburg durchgeführt, für die man sich zuvor bei drei Turnieren qualifizieren musste.

Den Mannschaftstitel 2014 Gewann der BSSV Dortmund. Im Einzel siegte Eliane Exner (BSSV Dortmund). In diesem Jahr findet die zweite Landesmeisterschaft am 28. November auch wieder in Duisburg statt. Für diese kann man sich während dreier Turniere qualifizieren. Dabei muss man nicht sehbehindert oder blind sein, um an diesen Wettbewerben teilnehmen zu können. Auch Menschen ohne eine Sehschädigung können mit einem gültigen Start- und Sportgesundheitspass des BRSNW an diesen Turnieren teilnehmen. Die Ausschreibung für diese Meisterschaft kann hier eingesehen werden.

Weitere Informationen über die Sportart Showdown können auf der Seite www.showdown-germany.de eingesehen werden.