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18.2.2019 : 3:23 : +0100

#Beim Sport gelernt

Der BRSNW unterstützt die Kampagne "Beim Sport gelernt" des LSB und WestLotto.


„Neue Satzung wirkt wie ein Powerriegel“

Zum 24. November 2018 wurde Ulrike Plitt in den Vorstand des BRSNW berufen. Plitt kennt die Vorstandsarbeit aus ihrem Heimatverein, dem Lintforter Turnverein.

Ulrike Plitt Foto: Axel Kohring, Beautiful Sports

Wie Plitt die ersten Monate erlebt hat und was ihre Ziele mit dem BRSNW sind, verrät sie uns in einem kurzen Interview.  

Frau Plitt, Sie sind jetzt gut zwei Monate im Amt. Wie können wir uns Ihre ersten Monate vorstellen?

Die mir unbekannte Vorstandsarbeit in einem Landesverband hat mich ganz schön auf Trab gebracht. Die Struktur zu erfassen, Schwerpunkte herauszuhören, die Mitstreiter kennenzulernen, fremde Sprachen wie die Münsterländer Mundart versuchen zu verstehen und sich mit den Kommunikationsmitteln des BRSNW vertraut zu machen. Da Frauen in der Regel mehrere Sachen gleichzeitig erledigen können, habe ich mich auch schon an meine eigenen Schwerpunkte wie den Aufbau eines Netzwerkes gewagt, dass modellhafte Arbeitsergebnisse für unsere Vereine entwickeln soll.   Die Satzung des BRSNW wurde modernisiert, der Ethik-Code wurde integriert.

Welche Chancen sehen Sie dadurch für Bezirke und Vereine im BRSNW?

Die verabschiedete Satzung hat mich als erfahrene Sportfunktionärin und europäische Sportmanagerin stark beeindruckt. Damit haben der Verband, seine Bezirke und Vereine ein solides Fundament, um sich den Herausforderungen und Bedarfen im Vereinsmanagement zu stellen. Unsere Vereine leben von einem guten Miteinander von Sportler*innen, Vereinsmanager*innen und Funktionären und der Vertretung in den und durch die Dachverbände*n. Die neue Satzung mit dem Ethik-Code wirkt angewendet wie ein Powerriegel:   Sie gibt Schwung und Motivation, mehr den gemeinsamen roten Faden zu verfolgen.  

Blicken wir kurz auf Sie persönlich. Sie sind stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Kamp-Lintfort. Außerdem sind Sie seit 25 Jahren für den Lintforter Turnverein in mehreren Funktionen ehrenamtlich tätig. Geben Sie uns doch einen kurzen Einblick in Ihre Tätigkeiten und Ihren Heimatverein.

Von der Übungsleiterin (mit Ausbildung beim Fußballverband) über die Fachausbildung in der Krebsnachsorge, hin zur Vorstandsarbeit als Interessenvertretung dieses neu entstandenen Arbeitsbereiches. Das spiegelt meine ehrenamtliche Entwicklung kurz und knapp zusammengefasst wider. Neben Kontinuität in meinen Tätigkeiten war mir in meiner persönlichen Motivation die Teamarbeit sehr wichtig. Meine Kollegen im geschäftsführenden Vorstand sahen das genauso und wir haben uns die Struktur und das Miteinander erarbeitet, dass unser ehrenamtliches Engagement am besten mit den Vereinszielen verbindet. Und wir verbinden noch mehr, Jung und Alt, Leistungs- und Breitensport, Vereinssport und Engagement an Schulen und Kitas, Interessenvertretung für den Verein mit Sportpolitik, auf Verbandsebene und in der Kommune.

Der LTV schafft Vielfalt durch inklusive, integrative oder gesundheitsspezifische Sportangebote Bewegung, Spiel und Sport und ist damit ein Vorbild für andere Vereine. Was können Sie Vereinen für den Ausbau Ihrer Mitmachangebote für Menschen mit Behinderung mit auf den Weg geben?

Wir schaffen Vielfalt durch Besinnung auf die natürlichen Stärken von Vereinen. Wir schaffen eine durchgängige Angebotspalette vom Kleinsten bis zum Senior und wir arbeiten zurzeit daran, lebensbegleitende Bindung von Mitgliedern zu erhalten (Sport im Wohnzimmer - als letzte Konsequenz bei Beeinträchtigungen). Die Erfahrungen mit älteren und hochbetagten Mitgliedern zeigen uns, dass Sport durch vielfältige Möglichkeiten Teilhabe und Selbstbestimmung im Alter möglich machen kann. Kürzlich sprach ich mit einer 94-Jährigen Dame, die zwar keinen Sport mehr mache, aber mittwochs gerne ins Vereinsheim gehe, um mit anderen Menschen zusammenzukommen.  

Es lohnt sich auf jeden Fall für Vereine, genau hinzuschauen und die Bedarfe zu entdecken, die eine inklusive Vereinsentwicklung beschleunigen können.

Der Sport leistet viel für die Gesellschaft, aber Probleme wie ein Mangel an Ehrenamtler*innen erschweren die Zukunft. Wie wichtig wird Ihrer Meinung nach das Thema Ehrenamt sein und wie kann man das Ehrenamt stärken?

Der Sport kann mehr, als andere Dienstleister. Wir bauen auf einem Solidarsystem auf, für das es sich lohnt, neue Ehrenamtler*innen zu begeistern. Manchmal reicht es schon, wenn Ehrenamtliche so begleitet werden, dass sie sich zufrieden fühlen. Dann steckt das gelebte Ehrenamt von alleine wie ein Schnupfen an. Mein Tipp zur Stärkung des Ehrenamtes: Wertschätzung auf allen Ebenen mit vielfältigen Mitteln, nicht nur "vom Vorsitzenden auf einer Jahreshauptversammlung.“  

Was machen Sie selbst noch für Sport? Wie sind Sie noch aktiv dabei?

Mein Mann sagt oft scherzhaft: „Du machst ja theoretischen Sport" im Lintforter Turnverein. Ich habe die letzten 15 Jahre meine Eltern gepflegt und brauchte keinen praktischen Ausgleichssport. Seit letztem Jahr habe ich Joker, meinen täglichen Spaziergehbegleiterhund. Ein echter Trainingspartner aus dem Tierheim, der mir ganz viel Lebensfreude gibt. 

Herzlichen Dank für das Gespräch.  

10.02.2019 12:29 Alter: 8 Tage