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18.2.2019 : 3:40 : +0100

#Beim Sport gelernt

Der BRSNW unterstützt die Kampagne "Beim Sport gelernt" des LSB und WestLotto.


Kolumne "Geistreich": Wir sind alle kleine Sünderlein...

An dieser Stelle erzählt unser (Un)-Ruheständler Andreas Geist über seine Erlebnsisse und Eindrücke aus dem Leben eines Rentners.

Foto: Andreas Geist

Bestimmt kennen diejenigen unter Ihnen, die bereits das Rentenalter erreicht haben, das Liedchen "Wir sind alle kleine Sünderlein", das Willy Millowitsch in den 70er Jahren gesungen hat. "S'war immer so, s'war immer so..." geht der Text weiter und Willy hat damit verdammt recht. Bestimmt können wir bei der einen oder anderen kleinen Sünde wie Willy Millowitsch darauf vertrauen, dass der Herrgott uns diese verzeiht, aber es gibt Sünden, die sicherlich nicht so schnell vergeben werden.

Sie sind in der 30er Zone zu schnell gefahren? Oder Sie haben falsch geparkt? Wenn's die Polizei nicht mitbekommen hat: Vergeben! Sie konnten den Verlockungen beim letzten Grillabend nicht widerstehen und haben zu viel gegessen und die Hälfte Bier wäre auch genug gewesen? Verziehen, wenn Sie die nächsten Tage bei den Kalorien ein bisschen kürzertreten und sich dafür mehr bewegen.

Andere Sünden sind nicht so leicht zu vergeben. Solche etwa, die bleibende Schäden in der Umwelt hinterlassen und die Jahrzehnte oder noch länger brauchen, um wieder ins Lot zu kommen. Plastikmüll in der Umwelt zum Beispiel.
Wenn Sie es noch nicht wussten: Ich koche gerne. Neulich benötigte ich für ein Gericht kein ordinäres Speisesalz, sondern "Fleur des Sel", ein aufwändig hergestelltes Naturprodukt. Also kaufte ich eine kleine Packung im Supermarkt, denn meine Vorräte aus dem letzten Frankreichurlaub waren aufgebraucht. Benutzt habe ich es aber noch nicht, denn ich bin kurz nach dem Kauf über einen Beitrag gestolpert, der sich mit Mikroplastik im Meersalz, insbesondere im Fleur de Sel  beschäftigte. Das war dann ein Anlass für mich, einmal über meine (Umwelt-)Sünden nachzudenken. Ich muss gestehen: Da kann man vieles deutlich besser machen, was den Anfall von Plastikmüll betrifft. Nun werfe ich meinen Plastikmüll natürlich nicht irgendwo in die Umwelt, sondern ich trenne den Müll gewissenhaft und sortiere Papier, Restmüll, Glas und recyclingfähigen Müll. Doch leider wird nicht alles wieder verwertet, was verwertet werden könnte und so landet doch eine Menge (Plastik-)Müll in der Umwelt mit den bekannten Folgen, insbesondere für das Meer und seine Bewohner - und natürlich für mein Meersalz. Deshalb ist das von der EU geplante Verbot von Plastiktrinkhalmen ein starkes Zeichen und aus meiner Sicht dringend notwendig!

Spaß beiseite. Natürlich kann und muss jeder etwas dazu beitragen, dass unsere Welt nicht (noch mehr) zur Müllkippe verkommt. Allerdings fehlt vielen unserer Mitbürger dafür offenbar die nötige Einsicht. Das sehe ich an jedem Morgen nach einem warmen Sommertag, wenn ich meine Runde um den See drehe. Unglaublich, was da an Müll liegenbleibt, wenn dort am Ufer gefeiert wurde. Von kleinen Sünderlein kann da nicht mehr die Rede sein, eher von riesengroßen XXXXXlöchern. Ich frage mich dann, ob der Mensch vieleicht doch näher mit den Ratten verwand ist als man annimmt. Die leben bekanntlich ja gerne auf Müllkippen und fühlen sich da wohl.

Ich habe für mich jedenfalls beschlossen, mehr auf das Vermeiden von Plastikmüll zu achten.
Mein Fleur des Sel hebe ich bis zum nächsten Winter auf und benutze es als Streusalz.
Obwohl - dann kommt ja das Mikroplastik darin auch wieder in die Umwelt und über die Kanalisation in den Rhein und ...

Da muss ich noch einmal drüber nachdenken.

Herzlich grüßt

Andreas Geist

26.07.2018 12:05 Alter: 207 Tage