Sie sind hier: Home > Neues und Wissenswertes > News > 
DeutschEnglishFrancais
17.12.2017 : 5:13 : +0100

#Beim Sport gelernt

Der BRSNW unterstützt die Kampagne "Beim Sport gelernt" des LSB und WestLotto.


Kolumne Geistreich: Konsumterror

Andreas Geist. Foto: BRSNW

Mit Werbung werden wir ja permanent bombardiert. Das ganze Jahr hindurch hat irgendetwas Saison, was intensiv beworben wird. Es war mir aber in der Vergangenheit nie bewusst geworden, wie massiv wir ab Mitte November mit Werbung überschüttet werden. Nicht nur von lokalen Anbietern, die Weihnachtsdekoration, Leuchtfiguren und saisonales Naschwerk an den Mann oder die Frau bringen wollen, sondern insbesondere vom Onlinehandel.

Grund ist der "Black Friday" (LINK) und der kommt natürlich aus den USA. Dort wird traditionell am 4. Donnerstag im November "Thanksgiving" gefeiert. Ähnlich unserem Erntedankfest, nur intensiver und mit einem freien Tag. Der darauf folgende Freitag wird gerne als Brückentag genutzt und da startet dann für die Händler das Weihnachtsgeschäft. Es wird eingekauft, was das Zeug hält und so wurde der Black Friday dort zu einem der umsatzstärksten Tage des Jahres für den Einzelhandel.

Da liegt es doch nahe, dass amerikanische Unternehmen versuchen, das auch bei uns zu etablieren. So war Apple 2006 das erste Unternehmen, das hier anlässlich dieses Tages Sonderangebote gemacht hat. Das hat Schule gemacht und inzwischen gibt es auch bei uns den Black Friday und bei manchen Händlern sogar eine "Cyber-Monday-Woche", wo an jedem Wochentag neue Angebote morgens um 6 Uhr im 5 Minutentakt online gestellt werden. Da muss man schnell sein, sonst hat man ein Schnäppchen verpasst. Zeit zum Vergleichen bleibt nicht und so entpuppen sich manche Schnäppchen dann doch als Schummelei (LINK).

Wen wundert es, man weiß ja, dass Unternehmen gerne zu (Steuer-)Tricks greifen, wenn es der Gewinnmaximierung dient (LINK).

Ich bin da noch antiquiert. Ich kaufe zwar auch ab und an was im Netz, aber grundsätzlich gehe ich lieber zum Händler vor Ort. Wäre doch doof, wenn wir bald nur noch im Netz einkaufen könnten, weil kein Händler in unseren Städten sich die Miete noch leisten kann, da die Umsätze nicht mehr stimmen. Doch da sehe ich schwarz, das Schnäppchenjagen liegt uns wohl im Blut. Nicht nur am Black Friday. Das gab es früher auch schon, beim Sommer- und Winterschlussverkauf, wo hunderte Menschen vor den Türen der Kaufhäuser gewartet haben, um am Wühltisch vorne mit dabei zu sein. Wie gesagt, mein Ding ist das nicht und bei diesen Kommerz-Feiertagen halte ich mich raus.

Nicht, dass ich keine Angebote ansehe und Preise vergleiche. Wenn samstags das Wochenblättchen vom Niederrhein kommt, liegen da gestapelt etwa 2,5 cm bunte Prospekte drin. Da kann man gut nach Schnäppchen suchen. Mittwochs kommt das Blatt auch in einer Schmalspurvariante, wandert bei mir aber meist postwendend in die Papiertonne. Nur am Mittwoch vor dem Black Friday nicht, da war es ebenfalls mit vielen Prospekten gefüllt, die (beinahe) durchgängig die Super-Angebote zum Black Friday anpriesen. Sogar der skandinavische Bettenladen hier im Ort war auf den Zug aufgesprungen mit besonders günstigen Lattenrosten und Matratzen.

Für mich hat das was von Konsumterror. Ich mache da nicht mit, habe den Schwarzen Freitag feierlich zu meinem persönlichen "Kauf-nix-Tag"! (LINK) erklärt und das Portemonnaie den ganzen Tag nicht aufgemacht. Von diesen Einkaufszwängen lasse ich mich doch nicht beeinflussen. Dem trete ich künftig entschlossen entgegen und die amerikanischen Sitten und Gebräuche brauchen wir aus meiner Sicht hier auch nicht.

So, jetzt ist es aber genug damit. Jetzt höre ich auf und sehe mal nach, ob ich für das Wochenende alles im Haus habe, oder ob ich noch einkaufen muss. Wo ist denn der Prospekt mit den Wochenendangeboten?

Herzlich grüßt

Andreas Geist

04.12.2017 15:30 Alter: 13 Tage