Sie sind hier: Home > Neues und Wissenswertes > News > 
DeutschEnglishFrancais
16.12.2018 : 5:29 : +0100

#Beim Sport gelernt

Der BRSNW unterstützt die Kampagne "Beim Sport gelernt" des LSB und WestLotto.


Kolumne Geistreich: Kommentar zum Esport

Hier erzählt unser (Un-)Ruheständler Andreas Geist über seine Eindrücke aus dem Leben eines Rentners.

Foto: Andreas Geist

"Bewegung, Spiel und Sport sind elementare und unverzichtbare Bestandteile einer ganzheitlichen kindlichen Entwicklung. Sie können in vielfältiger Weise die sprachliche, körperliche, emotionale und intellektuelle Entwicklung positiv beeinflussen; sie fördern gleichermaßen die motorischen wie auch die kognitiven und sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Damit können sie einen bedeutsamen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen leisten.

Bewegung, Spiel und Sport eröffnen Chancen für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft, die es zu nutzen gilt."
Dieser kluge Satz ist nicht von mir, sondern stammt aus der Erklärung der Kultusministerkonferenz der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) zur Qualitätssicherung des Sportunterrichts im Primarbereich vom 16.04.2009.

Eine olle Kamelle eigentlich, denn das wissen wir - die wir ja im Sport unterwegs sind oder waren - schon lange. Und wir wissen auch, dass die Abgrenzung und Definition von Bewegung, Spiel und Sport schwierig ist. Was für einen Menschen mit einer gravierenden Behinderung eine anstrengende sportliche Tätigkeit sein kann, ist für einen jungen, gesunden und nicht behinderten Menschen vielleicht nur ein Spiel. Aber das möchte ich hier gar nicht zur Diskussion stellen. Denn es gibt etwas anderes, was mich nachdenklich gemacht hat und wobei ich- das gestehe ich ein - mir noch keine fundierte eigene Meinung gebildet habe:  Die Diskussion darum, ob E-Sport oder Gaming" (engl. für das Spielen von Computerspielen) Sport im Sinne des DOSB und anderer Verbände, bzw. des oben zitierten Satzes  sein kann.

Fußball, da sind wir uns glaube ich einig, ist Sport. Und zwar einer, der begeistern kann, der Emotionen weckt und hohe Anforderungen stellt. Wer erfolgreich Fußball spielt, braucht Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Die Fähigkeit zu antizipieren wird benötigt und natürlich müssen die koordinativen Fähigkeiten hervorragend ausgebildet sein. Wer das drauf hat, kann Profi werden. So wie Tim Schwartmann. Der ist Profi bei Schalke 04! Den kennen Sie nicht? Auch nicht unter seinem "Künstlernamen" Tim Latka? Dann sind Sie als "Nicht-FIFA-Spieler" entlarvt!
FIFA ist ein Computer(fussball)spiel, das u.a. in der E-Sport Abteilung von Schalke 04 professionell gespielt wird. Tim gehört zu den Besten in Deutschland - Stammplatz in der Nationalelf sozusagen - und einer von den Personen, die mit dem Spielen von Computerspielen so viel Geld verdienen, dass sie davon leben können. Dazu gibt es auf der Internetseite www.orange.handelsblatt.com eine Serie interessanter Veröffentlichungen.
Mich, als jemand der Sport mit körperlicher Aktivität und planmäßigem Training verbindet, haben die Texte eher verwirrt. Ist es nun Sport, mit der Spielekonsole auf den Knien vor dem Bildschirm zu sitzen und zu daddeln?

Nein, Sport muss immer auch die körperliche Gesundheit im Blick haben! Und dazu braucht man körperliche Aktivität und ausreichende Trainingsreize!
Doch, Forscher der Sporthochschule haben herausgefunden, dass der Puls von Profi-Gamern so hoch ist, wie bei "richtigen" Fußballern.
Nein, vor dem Bildschirm sitzen und spielen ist gesundheitlich kontraproduktiv, führt zu Übergewicht und Haltungsschäden!
Doch, Schachspieler sitzen auch nur und Schach ist als Sportart anerkannt!
Nein, es fehlt der direkte Kontakt mit Gegnern, Mitspielern anderen realen Menschen!
Doch, die Spieler zeigen herausragende koordinative Leistungen und Reaktionen beim Steuern der Spielabläufe!

Und nun? Ich bin weiterhin unschlüssig, wie ich Gaming einordnen soll. Ich werde aber versuchen, meine Vorurteile abzulegen und mir ein eigenes Bild zu machen. Daher plane ich, mich einmal an einem Spiel zu beteiligen. Denn grau ist alle Theorie und die Argumente anderer Leute nur nachbeten ist keine befriedigende Lösung.
Gelegenheit zum Testen habe ich bei der REHACARE 2018 in der BRSNW Sportcenterhalle 7a. Dort  wird es eine Spielstation geben und zwar mit einem brandneuen Xbox-Adaptive-Controller (das ist das Steuergerät für das Spielen), der eigens für Menschen mit Behinderung entwickelt wurde und diesen die Teilnahme am Spielen ermöglicht. Spiel hin, Sport her - sicher ist, dass diese Neuentwicklung Interaktion und letztlich auch Inklusion ermöglicht und motorisch eingeschränkten Personen die Teilnahme an Spielen und Wettbewerben ermöglicht. Eine wünschenswerte Erweiterung der Möglichkeiten, am öffentlichen Leben teilzuhaben. Und dass Gaming inzwischen Teil des öffentlichen Lebens ist, steht außer Frage. Das beweist der Hype, der z.B. um die Gamescom Messe in Köln gemacht wird. Googlen Sie mal "gamescom 2018 Köln". Sie erhalten rund 1,6 Millionen Treffer...

Für uns Senioren ist es vielleicht nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, was an Computerspielen so toll sein kann. Aber das liegt wohl eher an der mangelnden Flexibilität im Alter. Ich probier es aus!

Sehen wir uns in der Sportcenterhalle der REHACARE bei einem Spielchen am Computer? Oder vielleicht doch lieber an einer der zahlreichen anderen Stationen ,an denen man Bewegung, Spiel und Sport für Menschen mit oder ohne Behinderung ausprobieren kann? Das würde mich freuen!

Herzlich grüßt

Andreas Geist

17.09.2018 11:16 Alter: 90 Tage