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15.11.2018 : 5:48 : +0100

#Beim Sport gelernt

Der BRSNW unterstützt die Kampagne "Beim Sport gelernt" des LSB und WestLotto.


Kolumne Geistreich: Händewaschen nicht vergessen

Hier erzählt unser (Un-)Ruheständler Andreas Geist über seine Eindrücke aus dem Leben eines Rentners.

Foto: Andreas Geist

Als ich heute früh vom meiner morgendlichen Seerunde zurückfuhr hatte ich das Autoradio eingeschaltet. Da läuft in der Regel WDR 2 und ich gestehe - oft auch WDR 4, was für einen Rentner in meinem Alter aber ganz ok ist. Früher spielten sie da alte deutsche Schlager und Volksmusik. Jetzt eher Oldies aus der eigenen Jugendzeit, sogar Stones und Beatles, noch richtig gute Stücke!

Welcher Sender heute lief kann ich nicht mehr sagen, aber es wurde dort gemeldet, dass an diesem Tag, dem 15. Oktober, der Welttag des Händewaschens veranstaltet wird. Davon hatte ich noch nie etwas gehört, aber eine kurze Suche im Internet brachte mir die gewünschten Informationen. Bereits seit 2008 wird dieser Tag immer am 15.10. begangen. Ins Leben gerufen hat den Welttag des Händewaschens die Weltgesundheitsorganisation WHO, die damit darauf aufmerksam machen will, wie wichtig ein regelmäßiges und gründliches Händewaschen für die Hygiene und das Vermeiden von Infektionskrankheiten ist.

Daher wendet sich dieser Tag auch insbesondere an Institutionen und Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Pflege- und Senioreneinrichtungen usw.. Das macht ja auch Sinn, denn überall da, wo viele Menschen zusammen sind, ist die Ansteckungsgefahr natürlich viel größer als in einem Rentnerhaushalt. Natürlich wasche ich mir auch mehrmals täglich die Hände.

Allerdings reibe ich die eingeseiften Hände selten die geforderte Mindestzeit von 20 bis 30 Sekunden. Aber das kann man ja üben. Zum Beispiel abends auf der Couch beim Nachrichten gucken. Dann natürlich ohne Seife und Wasser, damit es nickt kleckert und tropft. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich gestern Abend bei den Hochrechnungen der bayrischen Landtagswahl einige Leute sogar länger als 30 Sekunden die Hände gerieben haben. Einige aus Freude über Stimmengewinne, der größere Teil jedoch aus Schadenfreude über die Backpfeife für Söder und Seehofer, die offenbar mit ihrem Dauerstreit und nicht nachvollziehbaren politischen Entscheidungen ihre Wähler vergrämt haben. Eine weitere gute Gelegenheit Händewaschen zu üben ist bereits in der Bibel beschrieben. Das "Hände in Unschuld" waschen. Pontius Pilatus, der römische Statthalter, der das Urteil über Jesus Christus sprechen musste, hat es vorgemacht. Er wusch sich vor dem Mob, der den Tod Jesu forderte - obwohl kein Verbrechen begangen worden war - die Hände und sagte sinngemäß: "Ich bin nicht schuldig, wenn das Blut dieses Menschen vergossen wird. Die Verantwortung dafür tragt ihr!"  Verurteilt hat er ihn bekanntlich dennoch.  

Wir können davon ausgehen, dass die beiden CSU Größen und eine ganze Menge anderer Politiker und einflussreicher Menschen einigermaßen bibelfest sind und dieses Beispiel kennen. Wenn also irgendetwas danebengeht, etwa ein Betrug bei den Abgaswerten auffliegt oder Behörden versagen, ein Flughafen nicht fertig werden will: Erst einmal Hände in Unschuld waschen! Und nicht nach 30 Sekunden aufhören, das muss man ganz ausgiebig machen und regelmäßig wiederholen. Dann braucht man keine persönlichen Konsequenzen zu befürchten, andere tragen ja die Verantwortung und sind schuld. Diese Taktik funktioniert übrigens auch im Sport. Bei der WM vorzeitig rausgeflogen? Gegen Holland untergegangen? Ok, in dem Fall müsste es heißen: „Ich wasche meine Füße in Unschuld“. Was lernen wir daraus? Händewaschen ist immer von Vorteil!!! Mit Seife und Wasser hilft es Keime abzutöten und Infektionen zu vermeiden.

Wer es nicht zu Reinigungszwecken tut, sondern nur aus Schadenfreude die Hände reibt, hat zumindest ein gutes Gefühl und Spaß daran, dass es einen Anderen erwischt hat. In Acht nehmen sollten wir uns vor denen, die ihre Hände angeblich in Unschuld waschen. Vielleicht wollen die nur verschleiern, sich vor persönlichen Konsequenzen drücken und andere Leute in die Pfanne hauen. Genau das mache ich jetzt auch, aber nur mit einem Putenschnitzel und den Champignons.  

Herzlich grüßt Andreas Geist

06.11.2018 11:40 Alter: 9 Tage