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16.10.2018 : 5:51 : +0200

#Beim Sport gelernt

Der BRSNW unterstützt die Kampagne "Beim Sport gelernt" des LSB und WestLotto.


Kolumne Geistreich: Ehrenwert

Andreas Geist.

Ich kann mich an die erste Stunde Schwimmunterricht erinnern, als ich gerade eingeschult worden war. Damals konnte ich als einziger Schüler der Klasse bereits sicher schwimmen und wurde von unserem Volksschullehrer entsprechend gelobt und als positives Beispiel für die anderen Schüler hingestellt. Natürlich war ich stolz wie Oskar. Vielleicht hat diese Situation dazu beigetragen, dass ich mich im Sport mehr angestrengt habe als in anderen Schulfächern und später dann auch Sport studiert habe. Eventuell hat es auch andere motiviert sich zu sagen: Das kann und will ich auch, denn so eine Ehrung entgegen zu nehmen ist nicht nur ein tolles Gefühl, sondern auch Lohn und Anerkennung. Schon im Jugendalter wollten wir unbedingt eine Ehren- oder mindestens Siegerurkunde bei den Bundesjugendspielen gewinnen. Eine Teilnehmerurkunde war eine Demütigung. Die errungenen Urkunden wurden gerahmt und über dem Bett aufgehängt. Wenn wir zusätzlich die Prüfung für's Frei- und Fahrtenschwimmen geschafft hatten, mussten die Abzeichen von Mutter auf die Badehose genäht werden und wir haben diese "Ehrenzeichen" mit Stolz getragen.

"Ehre, wem Ehre gebührt", diesen Satz hat jeder von uns schon einmal gehört. Nicht nur die Bibelfesten, die das Zitat dem Apostel Paulus von Tarsus in seinem Brief an die Römer zuordnen können. Wenn jemandem, der es verdient hat, Ehre und Anerkennung zuteil wird, ist das eine feine Sache. Grundsätzlich glaube ich, dass es jedem gut tut, Lob und Anerkennung für eine Leistung zu erhalten. Auch, wenn manche Menschen es nicht gerne haben, wenn das öffentlich und in großem Rahmen geschieht.

Als ich Ende Januar eingeladen war, an der Ehrungsveranstaltung "Der Behindertensportverein des Jahres" teilzunehmen, habe ich mich sehr darauf gefreut. Einmal, weil man bei der Gelegenheit viele alte Weggefährten wiedersieht, besonders aber auch, weil hier deutlich wird, wie vielfältig und auch innovativ der Behindertensport bei uns ist und auch als Rentner fühle ich mich noch als Teil des Ganzen.

Im LVR-Industriemuseum Oberhausen wurden wieder Vereine geehrt, die in ihrer täglichen Arbeit etwas Außergewöhnliches leisten. Das haben sie in einer ausführlichen Bewerbung dokumentiert und der Jury zur Begutachtung eingereicht.

Zielsetzung war nicht wie zur Jugendzeit sich selbst einen Lorbeerkranz aufzusetzen, sondern Projekte darzustellen, die kranken, behinderten oder alten Menschen und erstmals auch Flüchtlingen helfen sollen, ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden und am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilnehmen zu können. Was dort vorgestellt wurde, ist beeindruckend und ich habe höchsten Respekt vor der ehrenamtlich  geleisteten Arbeit und dem Engagement, mit dem die Vereine ihre Ziele verfolgen. Da beziehe ich ausdrücklich alle Vereine ein die sich beteiligt haben, nicht nur die Sieger.

Konrad Adenauer soll einmal gesagt haben: "Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren guten Tag hat". So gesehen hatte die Gerechtigkeit am 25. Januar einen sehr guten Tag. Denn neben den Ehrungen für die Vereinsprojekte gab es eine weitere "Ehrenurkunde", die für das Lebenswerk unserer Ehrenvorsitzenden Inge Falk in Form der Ehrenmedaille des Verbandes vergeben wurde. Für das, was Frau Falk in den vielen Jahren für den Behindertensport in Deutschland geleistet hat, eine gerechte Anerkennung.

Ich bin sicher, dass dieser tolle Wettbewerb auch in Zukunft fortgeführt wird, und dass die fantastische Arbeit in den Vereinen wieder eine große Bühne bekommt, um der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Denn: Ehre, wem Ehre gebührt!

Herzlich grüßt

Andreas Geist

P.S.: Urkunden bei den Bundesjugendspielen sind für mich ja passé, aber das Sportabzeichen...

05.02.2018 12:00 Alter: 253 Tage