Interviewreihe: Alfred Beyer, Ehrenmitglied und Ehrenamt.

Die Interviewreihe „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist.“, beschäftigt sich mit ehemaligen aber auch aktiven freiwilligen Helfer*innen, die uns Eindrücke aus der alltäglichen Arbeit des Ehrenamts geben.

Geschäftsführer Lars Wiesel-Bauer und Alfred Beyer bei der Übergabe der Ehrenurkunde. ©Müller / BRSNW

Alfred Beyer wurde für sein zahlreiches ehrenamtliches Engagement 2018 zum Ehrenmitglied des BRSNW berufen. Im Laufe seiner Karriere hat er durch beispielloses Engagement die Inklusion und Integration in Nordrhein-Westfalen maßgeblich gefördert.

BRSNW: Was ist Ihre derzeitige ehrenamtliche Aufgabe?

A. Beyer: Ich habe zurzeit verschiedene ehrenamtliche Aufgaben: Zum einen bin ich Ratsmitglied im Integrationsrat der Stadt Mühlheim, Teil der Stadtkonferenz Mühlheim, Mitglied im NRW Inklusionsrat für barrierefreies Bauen und Wohnen und Vorsitzender des VBGS Mülheim an der Ruhr e.V.. Das waren zwar nicht alle Ehrenämter, aber die, für die ich mich momentan hauptsächlich einsetze. Die Arbeit setzt sich größtenteils aus Beratungen und das Planen verschiedener inklusiver und integrativer Projekte zusammen. Ein gutes Beispiel ist der Tag der Begegnung oder unser komplett barrierefreies Internetcafé, dass wir in Mühlheim ins Leben gerufen haben.

BRSNW: Wie und wann kamen Sie damals zu Ihrem Ehrenamt?

A. Beyer: Durch meine Eltern wurde mir schon in meinen Kindertagen beigebracht sich sozial zu engagieren. Als Jugendlicher war ich bei der Kolpingfamilie (internationaler katholischer Sozialverband) aktiv und habe dort viel in der Jugendarbeit geholfen und konnte dadurch schon verschiedene Kontakte knüpfen. Später stand dann durch meine Selbstständigkeit als Raumausstatter weniger Zeit zur Verfügung. Durch eine Knochenkrebsdiagnose mit anschließender Amputation des Beines, war das nur von kurzer Dauer. Ich habe mich dann recht schnell in den Strukturen des Behindertensports wiedergefunden. Erst Sitzball, später bin ich zum Skifahren gewechselt. Durch großes Interesse am Para Ski habe ich dann meine Ausbildung zum Para Skilehrer gemacht. Mich hatte mein Ehrgeiz gepackt und ich konnte sechs weitere Lizenzen mein Eigen nennen. In Mülheim begann ich eine eine Jugendgruppe mit ca. 60 Jugendlichen zu betreuen, die ich aber später in die Verantwortung der Lebenshilfe gab. Eine andere Beschäftigung war schnell gefunden und ich war wenig später stellvertretender Vorsitzender bei der Paritätische NRW- da blieb ich auch erstmal. Später gründete ich mit ähnlich sozial arrangierten Leuten den VGBS Mühlheim an der Ruhr e.V., dies geschah durch Zufall genau an dem Tag des Mauerfalls. Im weiteren Verlauf kamen dann mehr Ehrenämter und ehrenamtliche Aufgaben hinzu. Dazu zählt auch die beliebte jährliche Skifreizeit in Unterjoch.

BRSNW: Was treibt Sie an das Ehrenamt auszuführen?

A. Beyer: Ich habe mit der Zeit und nicht nur durch meine eigene Behinderung gemerkt, dass viele integrative und inklusive Angebote nicht selbstverständlich sind. Es braucht einfach Menschen, die bestimmte Projekte mit Ehrgeiz und Mut verfolgen und schlussendlich umsetzen. Diese Projekte umzusetzen und die Freude von denen, die sie nutzen, das treibt mich an.

BRSNW: Was war Ihr bisher schönstes Ereignis im Ehrenamt?

A. Beyer: Das waren mit Abstand die Skifreizeiten im Haus Unterjoch in Bayern. Wir waren immer eine bunt gemischte Gruppe. Es konnte jeder teilnehmen, ob mit Rollstuhl, geistig behindert, körperbehindert oder nicht behindert. Der inklusive Gedanke, gepaart mit dem Spaß, standen damals im Vordergrund. Am Anfang war es eine schwer zu organisierende Veranstaltung. Die Hilfe, die wir brauchten, hat aber nicht lange auf sich warten lassen. Schnell hatten wir ein Arrangement mit einer Hauptschule und deren Kursbesucher für Sozialpädagogik, die für ihre Mithilfe eine Woche schulfrei bekamen. Weiterhin gab es in der Nähe das Gebirgssanitätsregiment 42 „Allgäu“ was uns regelmäßig mit allen möglichen Mitteln geholfen hat. Das war sehr praktisch. Es waren medizinische Kräfte vor Ort und wir mussten keine zusätzlichen Fachleute organisieren. An alle muss ich an dieser Stelle nochmal einen besonderen Dank aussprechen. Der Kontakt besteht bis heute.

BRSNW: Was machen Sie in Ihrer Freizeit oder nach der ehrenamtlichen Zeit?

A. Beyer: Wenn die Zeit erlaubt, mache ich Urlaub in meinem Ferienhaus und genieße meine freie Zeit. Aber auch das Ehrenamt ist zu einem Hobby für mich geworden.

BRSNW: Herr Beyer, einen riesengroßen Dank an Ihr unvergleichbares Engagement für den Behindertensport und alles was dazu gehört! Danke!

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